Martina Baleva

Von Basel nach Bursa und zurück
Die Geschichte eines Fotoalbums von Sébah & Joaillier


2017, 242 S., 122 Farbtafeln
Wien, Köln, Weimar BÖHLAU Verlag

Die Universitätsbibliothek Basel besitzt ein seltenes und prachtvolles Fotoalbum aus spätosmanischer Zeit mit dem Titel »Vues de Brousse«. Es entstand um 1888 im berühmten Fotostudio Sébah & Joaillier in Konstantinopel und enthält knapp einhundert Stadtansichten der ersten osmanischen Hauptstadt Bursa. Die Stadt, in der Nähe von Istanbul gelegen, war seit byzantinischer Zeit ein wichtiger Produzent von Rohseide. Und es ist die Seide, die den Faden der Verflechtungsgeschichte zwischen Basel als Zentrum der Seidenbandindustrie und dem osmanischen Bursa aufnehmen lässt. Das vorliegende Buch enthält sämtliche Fotos des Albums und beleuchtet die ökonomischen und kulturellen Austauschbeziehungen zwischen beiden Städten rund um die Seidenproduktion.

Der Band bildet zugleich die Begleitpublikation zur gleichnamigen Ausstellung an der Universitätsbibliothek Basel.

„Den Balkan gibt es nicht“. Erbschaften im südöstlichen Europa

2016, 223 S., 22 s/w-Abbildungen, 8 Farbtafeln
Wien, Köln, Weimar, BÖHLAU Verlag (Hg. mit Boris Previšić)

Auf der Weltausstellung in Sevilla 1992 läutete der provokative Slogan „La Suisse n’existe pas“ eine nachhaltige Aufarbeitung des Schweizer Selbstbildes und einen Abschied von vielen seiner Helden und Mythen ein. Die Autoren des vorliegenden Bandes übertragen diesen herausfordernden Gedanken auf das Verständnis vom Balkan, um die Vielfalt und Einmaligkeit dieser Region jenseits von Fremd- und Eigenprojektionen ans Licht zu bringen. Entgegen der bekannten Stereotype zeichnet sich der Balkan gerade nicht durch anthropologische Spezifitäten aus. Vielmehr besetzt er geographisch, kulturell und historisch wichtige Bruch- und Schnittstellen, die in diesem Band kenntnisreich in den Blick genommen werden.

Mit Beiträgen von Louisa Avgita, Martina Baleva, Samuel M. Behloul, Nada Boškovska, Andreas Ernst, Elke Hartmann, Karl Kaser, Boris Previšić, Maurus Reinkowski, Daniel Ursprung und Tanja Zimmermann


Rezensionen

Klaus Steinke, in: Informationsmittel IFB: digitales Rezensionsorgan für Bibliothek und Wissenschaft, April 2016
Joachim Pranzl, in: FOMOSO. Forum für Mittelost- und Südosteuropa, 5. Dezember 2016

Bulgarien im Bild
Die Erfindung von Nationen auf dem Balkan in der Kunst des 19. Jahrhunderts


2012, 214 S., 123 s/w-Abbildungen, 19 Farbtafeln
Wien, Köln, Weimar BÖHLAU Verlag

Die populärsten Nationalbilder der Länder auf dem Balkan wurden im 19. Jahrhundert durch ausländische Künstler geschaffen. Bislang wurde diese Schlüsselrolle fremder visueller Medien und ihrer Urheber für die Konstruktion nationaler Selbstbilder in der kulturgeschichtlichen Forschung kaum thematisiert. Dies gilt auch für das Bild Bulgariens. Die Studie analysiert am Beispiel des 1878 gegründeten Nationalstaats die intervisuellen Austauschprozesse zwischen dem westlichen Europa und dem Balkan sowie die intermedialen Kontexte der illustrierten Presse, der Historien- bzw. Ereignismalerei sowie der Fotografie als die herausragenden Medien in diesem Prozess.

Rezensionen

Matthew Rampley, in: Slavic Review 1, 2013, 72 (2), S. 398–399
Maximilian Hartmuth, in: H-Soz-u-Kult, 18. September 2012
Sabine Jagodzinski, in: Südost-Forschungen 71, 2012, S. 651–653
Nikolaj Poppetrov, in: Istoričesko bădešte 12, 2014, S. 259–262
Klaus Steinke, in: Informationsmittel IFB: digitales Rezensionsorgan für Bibliothek und Wissenschaft, 2013

IMAGE MATCH. Visueller Transfer, „Imagescapes“ und Intervisualität in globalen Bildkulturen

2012, 336 S., 123 s/w-Abbildungen, 16 Farbtafeln
München, WILHELM FINK Verlag (Hg. mit Ingeborg Reichle, Oliver Lerone Schultz)

Im Zuge der Globalisierung geraten Bilder in massenhafter Weise in Bewegung. Sie sind Teil transnationaler Migration, fließen millionenfach durch das Internet und fusionieren zu neuen Bildlandschaften. Mit ihnen formen sich transkulturelle Bildensembles, in denen in vielfältigen ikonischen Begegnungen Referenzen und Bedeutungen neu verhandelt werden. Die Untersuchung von Übertragungen zwischen Bildräumen samt ihrer Interpretanten ermöglicht einen bildwissenschaftlichen Zugriff auf Intervisualität in globalen Bildkulturen. Einsichten in diese Übertragungsprozesse gewährt bereits ein Blick auf ›traditionelle‹ Bildkulturen und tradierte Bildmedien. Auch diese sind, wie sich nun unter dem Eindruck einer globalen Bild-Transfer-Kultur zeigt, oft auch nur durch solche visuellen und bildlichen Übertragungs- und Verhandlungsprozesse zu verstehen. IMAGE MATCH beleuchtet die damit einhergehenden und neu entstehenden hybriden kulturellen Bildpraktiken sowie die historische Entwicklung und den Einfluss von Transferbewegungen auf etablierte Bildlandschaften und die ›Logik der Bilder‹.

Mit Beiträgen von Martina Baleva, Priyanka Basu, Jacob Birken, Patrizia Faccioli, Ulf Jensen, Il-Tschung Lim, Nicholas Mirzoeff, Gabriel S. Moses, Jörg Probst, Michaela Nicole Raß, Markus Rautzenberg, Ingeborg Reichle, Oliver Lerone Schultz, Nicole E. Stöcklmayr, Anna Valentine Ullrich und Friederike Weis

Батак като място на паметта
Batak – ein bulgarischer Erinnerungsort


2007, 159 S., 27 s/w-Abbildungen und 9 Farbtafeln
Sofia, IZTOK-ZAPAD Publishers (Hg. mit Ulf Brunnbauer)

Mit Beiträgen von Martina Baleva, Ulf Brunnbauer, Rumen Daskalov, Dimităr G. Dimitrov, Monika Flacke, Evgenija Ivanova, Evgenija Troeva und Alexander Vezenkov

Rezensionen

Claudia Weber, in: H-Soz-u-Kult, 28. April 2008
Jenni Winterhagen, in: Internationale Politik 6, Juni 2008, S. 132–135
Eva Anne Frantz, in: Südost-Forschungen 68, 2009, S. 548–551
Christian Voß, in: Südosteuropa-Mitteilungen 5–6, 2008, S. 123–124
Marinela Lipčeva, in: Deutsche Welle 28. April 2008
Marinela Lipčeva, in: Deutsche Welle 2. November 2007

The Heroic Lens. Portrait Photography of Insurgents in Nineteenth Century Ottoman Balkans – Types and Uses. In: Staci Scheiwiller & Markus Ritter (Hg.): The Indigenous Lens. Early Photography in the Near and Middle East (=Studies in Theory and History of Photography 8), Berlin, Munich, Boston: Walter de Gruyter 2018, S. 237–256

Von Basel nach Bursa und zurück in die Geschichte einer Beziehung. In: Martina Baleva (Hg.): Von Basel nach Bursa und zurück. Die Geschichte eines Fotoalbums von Sébah & Joaillier, Köln, Wien, Weimar: Böhlau 2017, S. 7–18

Den männlichen Balkan gibt es nicht. Überlegungen zum visuellen Balkanismus als bildgeschichtliche Kategorie. In: Martina Baleva & Boris Previšić (Hg.): „Den Balkan gibt es nicht“. Erbschaften im südöstlichen Europa, Köln, Wien, Weimar: Böhlau 2016, S. 93–120

Les Balkans n’existent pas! Plurale Erbschaften als interdisziplinäre Herausforderung. In: Martina Baleva & Boris Previšić (Hg.): „Den Balkan gibt es nicht“. Erbschaften im südöstlichen Europa, Köln, Wien, Weimar: Böhlau (mit Boris Previšić), 2016, S. 7–24

Revolution in der Dunkelkammer. Historiografische und bildgeschichtliche Aspekte des nationalen Helden in der historischen Fotografie. In: Dietmar Müller & Adamantios Skordos (Hg.): Leipziger Zugänge zur rechtlichen, politischen und kulturellen Verflechtungsgeschichte Ostmitteleuropas, Leipzig: Leipziger Universitätsverlag 2015, S. 183-208

The Photographic Portrait of Georgi Benkovski, or the De-Archiving of the National Hero. In: Costanza Caraffa & Tiziana Serena (Hg.): Photo Archives and the Idea of Nation, Berlin, Munich, Boston: Walter de Gruyter 2015, S. 221–238

*(bulgarische Kurzversion) Obrazăt na Benkovski. V lice i v grăb [Das Bildnis von Benkovski. Vorder- und Rückansicht]. In: Kultura 18, 11. Mai 2012, S. 6–7

Revolution in the Darkroom. Nineteenth-Century Portrait Photography as a Visual Discourse of Authenticity in Historiography. In: Hungarian Historical Review 3, 2014, no. 2, pp. 310–337

Das Imperium schlägt zurück. Bilderschlachten und Bilderfronten im Russisch-Osmanischen Krieg 1877/78. In: Martina Baleva, Ingeborg Reichle & Oliver Lerone Schultz (Hg.): IMAGE MATCH. Visueller Transfer, „Imagescapes“ und Intervisualität in globalen Bild-Kulturen, München: Wilhelm Fink 2012, S. 87–108

*(türkische Übersetzung): Imparatorluğun misillemesi. 1877–1878 Osmanlı-rus savaşı’nda resim savaşları ve resim cepheleri. In: Toplumsal Tarih 228, Dezember 2012, S. 32–41

*(englische Übersetzung): The Empire Strikes Back. Image Battles and Image Frontlines during the Russo–Turkish War of 1877–1878. In: Ethnologia Balkanica 16, 2012, pp. 273–294

IMAGE MATCH: neue Indizes einer globalen Bildtheorie. In: Martina Baleva, Ingeborg Reichle & Oliver Lerone Schultz (Hg.): IMAGE MATCH. Visueller Transfer, „Imagescapes“ und Intervisualität in globalen Bild-Kulturen, München: Wilhelm Fink 2012, S. 9–24 (mit Ingeborg Reichle & Oliver Lerone Schultz)

Vladimir Mitrev, Schwarz Rot Gelb. In: Monika Flacke (Hg.): Verführung Freiheit. Kunst in Europa seit 1945, Ausstellungskatalog, Berlin: Deutsches Historisches Museum 2012, ohne Pagina (3 Seiten)

Christo. Wrapped Oil Barrels. In: Monika Flacke (Hg.): Verführung Freiheit. Kunst in Europa seit 1945, Ausstellungskatalog, Berlin: Deutsches Historisches Museum 2012, ohne Pagina (6 Seiten)

Anselm Kiefer. Heroische Sinnbilder. In: Monika Flacke (Hg.): Verführung Freiheit. Kunst in Europa seit 1945, Ausstellungskatalog, Berlin: Deutsches Historisches Museum 2012, ohne Pagina (5 Seiten)

Fremde Künstler – eigene Mythen. Der polnische Künstler Antoni Piotrowski und das Massaker im bulgarischen Batak. In: Matthias Krüger & Isabella Woldt (Hg.): Im Dienst der Nation, Berlin: Akademie Verlag 2011, S. 373–397

Martyrium für die Nation. Der slawische Balkan in der ostmitteleuropäischen Malerei des 19. Jahrhunderts. In: Stefan Troebst et al. (Hg.): Gemeinsam einsam. Die Slawische Idee nach dem Panslawismus (= Osteuropa Jg. 59. Heft 12/2009), S. 41–52

Nationalbild. In: Marion Herz et al. (Hg.): Goofy History. Fehler machen Geschichte, Köln, Wien, Weimar: Böhlau 2009, S. 73–76

Arte e coscienza nazionale nell’area balcanica: il caso della Bulgaria [Kunst und Nationalismus auf dem Balkan im 19. Jahrhundert. Der Fall Bulgarien]. In: Contemporanea. Rivista di storia dell’ 800 e del ’900. Jg. 12. Heft 4/2009, S. 703–716

Nationalmythos Batak. Die Dekonstruktion eines Bildes und die Folgen. In: Kritische Berichte. Jg. 36. Heft 2/2008, S. 21–30

Predgovor/Einleitung. In: Martina Baleva & Ulf Brunnbauer (Hg.): Batak kato mjasto na pametta/Batak – ein bulgarischer Erinnerungsort, Sofia: Iztok-Zapad 2007, S. 5–14 (mit Ulf Brunnbauer, bulgarisch-deutsch)

Obrazăt na Batak v kolektivnata pamet na bălgarite/Das Bild von Batak im kollektiven Gedächtnis der Bulgaren. In: Martina Baleva & Ulf Brunnbauer (Hg.): Batak kato mjasto na pametta/Batak – ein bulgarischer Erinnerungsort, Sofia: Iztok-Zapad 2007, S. 15–47 (bulgarisch-deutsch)

*(ungarische Übersetzung): Batak képe a bolgárok kollektiv emlékezetében. In: Regio. Kisebbség, Politika, Társadalom. Jg. 18. Heft 2/2007, S. 29–46

*(griechische Übersetzung): H εikόνa toυ Mπaτák στη συλλoγιkή μνήμη тων Boυλγάрων. In: Synchrona Themata. Jg. 31. Heft 105/April–Juni 2009, S. 33–41

Hiatusǎt Batak [Der Hiatus Batak]. In: Kultura No. 29/8. September 2006, S. 6 (bulgarisch)

Koj (po)kaza istinata za Batak [Wer zeigte/sagte die Wahrheit über Batak]. In: Kultura No. 17/5. Mai 2006, S. 10–11 (bulgarisch)

Interviews & Zeitungsbeiträge

Występek w Domu Historii [Eindrücke vom Haus der europäischen Geschichte]. In: Gazeta Wyborcza, „Europo! Ojczyzno moja“: Sonderbeilage zur Dauerausstellung im Haus der europäischen Geschichte mit Beiträgen von Peter Aronsson, Martina Baleva, Susannah Eckersley, Etienne Francois, Chantal Kasteloot, Pieter Lagrou, 16.–17. Dezember 2017, S. 26–27

Да не инсценираме историята във фотографски студия. Интервю с Юлиана Методиева [Die Geschichte sollte nicht in Fotostudios inszeniert werden. Martina Baleva im Interview mit Juliana Metodieva]. In: Marginalia.bg, 10. Oktober 2015

Батак – екзотика за чужденци? [Batak – Exotik für Ausländer? Martina Baleva im Interview mit Marinela Lipčeva]. In: Deutsche Welle Bulgarien, 19. Mai 2011

Хуманизмът, просвещението и свободата трябва да бъдат отстоявани ден след ден. Интервю на Иван Сухиванов с д-р Мартина Балева [Der Humanismus, die Aufklärung und die Freiheit müssen Tag für Tag behauptet werden. Interview von Ivan Suhivanov mit Dr. Martina Baleva]. In: Literaturen vestnik. No. 27/15.–21. September 2010, S. 9–11

За ‚колективния български национализъм’ [Über den ‚kollektiven bulgarischen Nationalismus’. Javor Dačkov und Marija Dermenžieva im Gespräch mit Martina Baleva]. In: Glasove. No. 47/23.–29. November 2007, S. 8–9

„Никога не сме отричали клането в Батак и жертвите му“. Интервю на Маринела Липчева с Мартина Балева и Улф Брунбауер [„Wir haben nie das Massaker in Batak und dessen Opfer geleugnet“. Interview mit Martina Baleva und Ulf Brunnbauer von Marinela Lipčeva]. In: Deutsche Welle Bulgarien, 25. April 2007

New Noah’s Ark. Martina Baleva im Gespräch mit Nedko Solakov. In: Checkpoint, hg. von Arndt & Partner, Berlin/Zürich. Januar–April 2007, S. 22–31 (deutsch-englisch)

Unter Academia.edu finden Sie eine Aswahl an Büchern und Afsätzen zum herunterladen

Fotostudio Babet Engels, Bukarest: Toma Kărdžiev, 1876, Carte de visite, Fotoarchiv der Nationalbibliothek „Kiril i Metodij“, Sofia

Revolution in der Dunkelkammer. Fotogeschichte des Aufstandes

In meinem aktuellen Forschungsprojekt beschäftige ich mich mit den folgenreichen Auswirkungen von Fotografie, insbesondere von Carte de visite-Fotografien bzw. Visitenkartenporträts auf den Bereich des politischen Widerstands und auf Vorstellungen von Revolution. Den Forschungsgegenstand bildet ein umfangreiches Korpus von Porträtfotos osmanischer, zentral- und südeuropäischer Widerstandskämpfer und Revolutionäre aus dem 19. Jahrhundert. Anhand ihrer untersuche ich das Wechselverhältnis von politischer und medialer Revolution im Zeitalter der frühen Fotografiegeschichte und versuche, historische Umwälzungsprozesse in ihren sozialen und medialen Dynamiken zu beleuchten. Dieser bildgeschichtliche Zugang zur Geschichte von Revolutionen im 19. Jahrhundert soll den Blick für die vielfältigen Verflechtungsebenen revolutionärer Bewegungen in Europa sowohl in regionaler wie auch in transnationaler Perspektive schärfen.

Sébah & Joaillier: Vues de Brousse, Konstantinopel, um 1888, Fotoalbum, Universitätsbibliothek Basel

Von Basel nach Bursa und zurück. Die Geschichte eines Fotoalbums von Sébah & Joaillier

Forschungs- und Ausstellungsprojekt mit begleitendem Seminar 2016/17, Universität Basel

Das Forschungs- und Ausstellungsprojekt widmet sich den Beziehungen zwischen Basel und der ersten osmanischen Hauptstadt Bursa. Anlass dafür bot die überraschende Wiederentdeckung eines kostbaren Fotoalbums aus der spätosmanischen Zeit in der Universitätsbibliothek Basel. Das äusserst seltene und aufwendig gestaltete Exemplar mit dem Titel „Vues de Brousse“ enthält knapp einhundert fotografische Ansichten von Bursa. Es entstand um 1888 in einem der berühmtesten Fotostudios von Konstantinopel, Sébah & Joaillier. Für ihr Werk erhielten die Fotografen eine der höchsten Staatsauszeichnungen, die ihnen persönlich von Sultan Abdülhamid II. verliehen wurde.

Sehr wahrscheinlich gelangte das Fotoalbum nach Basel in Zusammenhang mit der Seidenindustrie. Es befand sich ehemals im Besitz eines Basler Seidenfabrikanten. Damit wirft es ein ganz neues Licht auf die Seidenbandindustrie in der Region Basel und deren Beziehung zum Osmanischen Reich. Bursa, in der Nähe von Istanbul gelegen, war seit byzantinischer Zeit ein wichtiger Produzent von Rohseide und belieferte Basels Fabriken mit dem Rohstoff seit Anfang des 19. Jahrhunderts bis in die 1970er Jahre. Es ist gerade Seide, die den Faden der im Projekt behandelten Verflechtungsgeschichte zwischen Basel als Zentrum der Seidenbandindustrie und dem osmanischen Bursa aufnehmen lässt.

Die aus einer Seminarreihe hervorgegangenen Forschungsergebnisse zur Provenienz und Geschichte des Albums wurden im Herbst 2017 in einer Ausstellung präsentiert und flossen in die gleichnamige Begleitpublikation ein. Diese enthält sämtliche Fotos des Albums. In ihren Aufsätzen beleuchten die Studentinnen und Studenten die ökonomischen und kulturellen Austauschbeziehungen zwischen beiden Städten rund um die Seidenproduktion. Erstmals wird ein osmanisches Fotoalbum von diesem Rang ausführlich dokumentiert und analysiert. Zudem werden seine Herkunft und seine Geschichte rekonstruiert und in den Kontext der Geschichte Basels eingeordnet.

Das Projekt wird in Kooperation mit der Universitätsbibliothek Basel, mit dem Schweizerischen Wirtschaftsarchiv und dem MuseumBL, Liestal, ausgerichtet.

Pascal Sébah, Foto Nr. 14 aus der Fotoserie „Russische Gräuel“, Konstantinopel, 1877, Kabinettkarte, Politisches Archiv des Auswärtigen Amts Berlin

Bilderkriege im Russisch-Osmanischen Krieg 1877/78

Auslöser für den Russisch-Osmanischen Krieg waren die ›türkischen Gräuel‹ von1876, die nicht zuletzt durch zahlreiche Illustrationen in der westlichen Presse zu einem der bedeutendsten Medienereignisse des 19. Jahrhunderts avancierten. Vergleichbare Bilder zu den im Jahr darauf von russischen Soldaten an muslimischen Zivilisten verübten Massakern waren bislang nicht bekannt. Die im Politischen Archiv des Auswärtigen Amts in Berlin entdeckte Fotoserie der ›russischen Gräuel‹ von 1877 wirft ein neues Licht auf die mediale Geschichte der Orientalischen Krise und macht zugleich deutlich, dass der Krieg zwischen dem christlich-orthodoxen Reich und dem islamischen Imperium auch auf der Bilderfront ausgetragen wurde. Die motivgeschichtliche Analyse dieser Bilderschlacht legt die vielfachen Ebenen der dabei wirksamen visuellen Transferprozesse offen, die im Projekt exemplarisch untersucht werden.

The Empire Strikes Back. Image Battles and Image Frontlines during the Russo–Turkish War of 1877–1878

The “Turkish atrocities” of 1876 were one of the main events that triggered the Russo-Turkish War of 1877–1878. The atrocities were among the most important media events of the 19th century in the Western press, not least because of the many images that were published. Comparable pictures of massacres of Muslim civilians by Russian soldiers the year after, in 1877, were not publicly known at the time. Thus a discovered series of photographs of the “Russian atrocities” of 1877 sheds new light on the media history of the Eastern Crisis and at the same time demonstrates that the war between the Ottoman Empire and the Eastern Orthodox coalition led by Russia was also fought at the modern frontline of images. The historical analysis of the motifs deployed in this image battle reveals the multiple levels of visual transfer processes that were in operation, examples of which are discussed in this project.

Jarosalv Čermák: Entführung einer Herzegowinerin, 1861, Dahesh Museum, New York

Kunst und Nationalismus auf dem Balkan

Die Bilder der Nationen auf dem Balkan wurden im 19. Jahrhundert hauptsächlich von Künstlern aus West- und Ostmitteleuropa geschaffen, deren Außenwahrnehmung maßgeblich die kollektiven Selbstwahrnehmungen der Balkannationen beeinflussen sollte. Das Buch zeichnet am Beispiel Bulgariens erstmals den Prozess der Entstehung der Nationen auf dem Balkan aus bildgeschichtlicher Sicht nach und zeigt, wie Bilder zur Erfindung nationaler Gemeinschaften beigetragen haben.

Die Schlüsselrolle ausländischer visueller Medien und Künstler für die Konstruktion nationaler Selbstbilder auf dem Balkan wurde in der kulturgeschichtlichen Forschung kaum thematisiert, obwohl gerade Bildwerke von „fremder“ Hand zu den populärsten Nationalbildern der Balkannationen gehören. Auch das Bild Bulgariens wurde im wesentlichen durch Künstler und Bildmedien aus West- und Ostmitteleuropa entworfen. Die Studie analysiert am Beispiel des 1878 gegründeten Nationalstaates die intervisuellen Transferprozesse zwischen dem westlichen Europa und dem Balkan sowie die intermedialen Kontexte der illustrierten Presse, der Historien- bzw. Ereignismalerei sowie der Fotografie als die herausragenden visuellen Medien der bulgarischen Nationsbildung und leistet somit einen bildgeschichtlichen Beitrag zur südosteuropäischen Nationenforschung.

Antoni Piotrowski: Das Massaker von Batak, 1892, Nationalgalerie für Ausländische Kunst, Sofia, Foto: Todor Mitov, 2007

* Ausstellung und Konferenz konnten nie realisiert werden, da sie von Seiten bulgarischer Politiker und der führenden Medien des Landes vereitelt wurden. Mehr über die Hintergründe und Reaktionen in den Medien erfahren Sie unter Presse.
Изложбата и конференцията не можаха да бъдат осъществен поради натиск от страна на български политици и водещите медии в страната. Повече за причините и реакциите в медиите можете да намерите под Presse.

* Wissenschaftliche Publikationen zu den vereitelten Ausstellung und Konferenz und zu den politischen und medialen Reaktionen finden Sie unter Presse.
Научни статии за забранените изложба и конференция, както и за политическите и медийни реакции можете да намерите под Presse.

Batak – ein bulgarischer Erinnerungsort*
Батак като място на паметта*


Научно изследване и изложба в рамките на проекта „Ислямът като вражески образ. История и съвременност на антиислямски стереотипи в България и примера за мита за клането в Батак“, Институт за Източна Европа, Свободен университет, Берлин

Подпомогната от Програмата за финансиране на международни проекти за партньорство „Историческа работилница Европа“ на Фонда „Памет и бъдеще“ на Фондацията „Памет, отговорност и бъдеще“ и Фондацията „Роберт Бош“

Батак и клането над неговото население в 1876 г. са едни от централните места на паметта на българската нация. Събитието е неразделна част както от паметта за „турското робство“ така и за героичните освободителни борби на българите. Внимателният поглед върху механизмите на конструкцията на колективната памет за клането в Батак, обаче, открива и други смислови нива. От особен интерес при това е ролята, която са изиграли образите при репрезентацията на събитията през 1876 г., като платното „Баташкото клане“ на полския художник Антони Пиотровски и инсценираните от него фотографии като подготовка за картината определят до днес визуалната представа за клането и бруталноста на „турците“. Особеното политическо измерение на това място на паметта идва от сложните взаимоотношения между християни и мюсюлмани не само в региона около Батак, но и в цялата страна, които се изразяват между другото чрез диаметрално противоположни спомени за това конкретно събитие. С въпросите за консрукцията на образното представяне на клането в Батак, за значението на Батак като българско място на паметта, за различните интерпретации на това събитие, както и за политическото инструментализиране на паметта се занимава българо-немската конференция „От регионално историческо събитие към национално паметно място: Батак и исторически конструкции в България“. Конференцията същевременно съпътства научно изложбата „Батак като място на паметта“, която ще бъде показана от 18 май до 17 юни 2007 г. в Националния етнографски институт с музей при БАН, София.

*
Forschungs- und Ausstellungsprojekt im Rahmen des Vorhabens „Feindbild Islam – Geschichte und Gegenwart antiislamischer Stereotype in Bulgarien am Beispiel des Mythos vom Massaker in Batak“, Osteuropa-Institut, Freie Universität Berlin

Gefördert vom Förderprogramm für internationale Projektpartnerschaften „Geschichtswerkstatt Europa“ des Fonds „Erinnerung und Zukunft“ der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ und der Robert Bosch Stiftung

Batak und das Massaker an seiner Bevölkerung im Jahr 1876 gehören zu den zentralen Erinnerungsorten der bulgarischen Nation. Mit Batak ist untrennbar die Erinnerung an das „Türkische Joch“ ebenso wie an den heroischen bulgarischen Freiheitskampf verbunden. Der genaue Blick auf die Konstruktionsmechanismen der kollektiven Erinnerung an das Massaker in Batak eröffnet aber noch weitere Bedeutungsebenen. Von besonderem Interesse ist dabei die Rolle, die Bilder für die Repräsentation der Ereignisse von 1876 und die Erinnerung an sie spielen. Das Gemälde „Das Massaker von Batak“ des polnischen Malers Antoni Piotrowski und die von ihm inszenierten fotografischen Vorlagen prägen bis heute die visuelle Vorstellung vom Massaker und der Brutalität der „Türken“. Die besondere politische Dimension dieses Erinnerungsortes ergibt sich aus den komplexen Beziehungen zwischen Christen und Muslimen nicht nur in der Region um Batak, sondern im ganzen Land. Den Fragen der Konstruktion der bildlichen Darstellung des Massakers von Batak, der Bedeutung Bataks als bulgarischen Erinnerungsort, der verschiedenen Konnotationen dieser Geschichte sowie der politischen Instrumentalisierung der Erinnerung spürt die deutsch-bulgarische Tagung „Vom regionalen historischen Ereignis zum nationalen Erinnerungsort: Batak und historische Konstruktionen in Bulgarien“ nach. Die Tagung dient zugleich als wissenschaftliche Begleitveranstaltung zur Ausstellung „Batak als bulgarischer Erinnerungsort“, die vom 18. Mai bis 17. Juni 2007 im Nationalen Ethnografischen Institut mit Museum bei der Bulgarischen Akademie der Wissenschaften, Sofia, zu sehen ist.

Schweizer Nachwuchsforum Bildgeschichte östliches Europa 2016

Tagung des Kompetenzzentrums Kulturelle Topographien
Universität Basel (3. Juni 2016)

Wissenschaftliche Konzeption und Organisation: Martina Baleva

Unterstützt durch die Universität Basel und das Osteuropa Forum Basel

Das Schweizer Nachwuchsforum Bildforschung östliches Europa ist eine akademische Plattform für die Begegnung, den Austausch und die Vernetzung von Nachwuchsforscher/innen, die sich in ihren aktuellen Forschungsprojekten mit Aspekten der Kunst- und Bildgeschichte sowie mit visuellen Medien und Kulturen im östlichen Europa beschäftigen. Das Nachwuchsforum richtet sich an Wissenschaftler/innen aller geisteswissenschaftlichen Disziplinen aus der ganzen Schweiz, die an Fragen einer interdisziplinären Bildforschung des östlichen Europas interessiert sind und diese fachübergreifend diskutieren wollen. Das diesjährige Forum setzt sich zusammen aus Doktorand/innen und PostDocs der Geschichts- und Kulturwissenschaften sowie der Kunstgeschichte und den Medienwissenschaften.

Teilnehmer/innen
Martina Baleva, Olga Osadtschy, Seraina Renz, Kata Krasznahorkai, Peter Glassen, Natalia Ganahl, Markus Mirschel, Philipp Casula, Katrin Kaufman, Martin Jeske

Abendvortrag
Maximilian Hartmuth (Universität Wien):
Islamische Kunst als osteuropäische Kunst

Tagung zu Ehren des Kunsthistorikers Prof. Dr. Hans Dickel

Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg (11. und 12. November 2016)

Wissenschaftliche Konzeption und Organisation: Martina Baleva und Ulrich Blanché

Teilnehmer/innen
Martina Baleva, Ulrich Blanché, Melitta Kliege, Jörg Trempler, Ulrich Luckhardt, Matthias Bruhn, Martin Sonnabend, Guido Messling, John Czaplicka, Christina Strunck, Sonja Kammerlander, Peter Mörtel, Ursula Rautenberg, Magdalena Holzhey, Dunja Schneider, Thilo Westermann, Marian Wild

Festvortrag
Werner Busch (Berlin):
Füßlis „Nachtmahr“. Eine Pathosformel und ihre Folgen

Schweizer Nachwuchsforum Bildgeschichte östliches Europa 2015

Tagung des Kompetenzzentrums Kulturelle Topographien
Universität Basel (2.-3. Oktober 2015)

Wissenschaftliche Konzeption und Organisation: Martina Baleva

Unterstützt durch die Universität Basel und den Schweizerischen Nationalfonds

Das Schweizer Nachwuchsforum Bildforschung östliches Europa ist eine akademische Plattform für die Begegnung, den Austausch und die Vernetzung von Schweizer Nachwuchsforscher/innen, die sich in ihren aktuellen Forschungsprojekten mit Aspekten der Kunst- und Bildgeschichte sowie mit visuellen Medien und Kulturen im östlichen Europa beschäftigen. Es richtet sich an junge Wissenschaftler/innen aller geisteswissenschaftlichen Disziplinen, die an Fragen einer interdisziplinären Bildforschung des östlichen Europas interessiert sind und diese fachübergreifend diskutieren wollen. Das diesjährige Forum setzt sich zusammen aus eingeladenen Doktorand/innen und PostDocs der Kunst-, Geschichts- und Kulturwissenschaften, der Islamwissenschaften, der Volkskunde sowie der Germanistik.

Teilnehmer/innen
Martina Baleva, Frithjof Benjamin Schenk, Markus Klammer, Sandra Bradvić, Uta Karrer, Kathrin Chlench-Priber, Nataša Mišković, Laura Elias, Olga Osadtschy, Eva Ehninger, Lenka Fehrenbach, Natalia Ganahl, Kata Krasznahorkai, Milanka Matić, Nadine Freiermuth-Samardzić, Henning Lautenschläger, Joël László

Abendvortrag
Michaela Marek (Humboldt-Universität zu Berlin):
Gestalten der Vergangenheit. Was Kunstgeschichte über Kunst wissen will (und was nicht)

Les Balkans n’existent pas! Erbschaften im Südosten Europas

Ringvorlesung des Kompetenzzentrums Kulturelle Topographien
Universität Basel (Herbstsemester 2013)

Wissenschaftliche Konzeption und Organisation: Martina Baleva und Boris Previšić

1992 läutete der provokative Slogan „La Suisse n’existe pas“ auf der Weltausstellung in Sevilla eine nachhaltige Aufarbeitung der Schweizer Geschichte und des Schweizer (Selbst-)Bildes im öffentlichen Bewusstsein ein, das sich von seinen Helden und Mythen verabschieden durfte. Das Motto der Ringvorlesung „Les Balkans n’existent pas“ greift diesen herausfordernden Gedanken auf. Die genauen Kenntnisse über den Balkan können dazu verhelfen, die Vielfalt und Einmaligkeit der Region jenseits von Fremd- und Eigenprojektionen ans Licht zu bringen. Die Stereotype zum Balkan sind in der Schweiz zu Genüge bekannt. Sie sind erst vor dem Hintergrund der postjugoslawischen Kriege und der daraus entstandenen Emigrationen in den Westen seit den frühen 1990er Jahren zu verstehen. Dabei konnte man relativ leicht Projektionen der europäischen Grossmächte reaktivieren, welche mit der ‚Orientalischen Frage‘ im ausgehenden Jahrhundert 19. Jahrhundert virulent wurden. Sie schienen sich mit den Balkan-Kriegen 1912/1913 und dem Attentat auf den österreichischen Thronfolger in Sarajevo nur noch zu bestätigen. Seit längerem fragen die Area Studies danach, was hinter solchen Diskursen ‚real‘ und regionsspezifisch sein könnte. Die Antwort darauf fällt nicht so einfach aus: Während eurozentristische Perspektiven den verzögerten Entwicklungsstand der Region unterstreichen, kommen komparatistische Ansätze zum Schluss, dass erst die spezifische historische Konstellation der neuen Weltordnung nach dem Ende des Kalten Kriegs zu einer Eigendynamik der Ereignisse geführt hat. Mit unserem Motto schliessen wir uns dem Erkenntnisstand an, dass sich der Balkan gerade nicht durch anthropologische Spezifitäten auszeichnet. Vielmehr besetzt er geographisch, kulturell und historisch wichtige Bruch- und Schnittstellen, die es genauer in den Blick zu nehmen gilt. In diesem Sinne: „Les Balkans n’existent pas“ – ausser vielleicht in Form des gleichnamigen bulgarischen Gebirges, das die Türken so benannten. Als wissenschaftlicher Beitrag ist die Vortragsreihe Teil des Festivalprogramms der Culturescapes Balkan.

Teilnehmer/innen
Martina Baleva, Boris Previšić, Karl Kaser, Barbara Schellewald, Nataša Mišković, Maria Todorova, Tatjana Simeunović, Daniel Ursprung, Ljiljana Reinkowski, Maurus Reinkowski, Andreas Ernst, Tanja Zimmermann, Nada Boškovska, Samuel M. Behloul, Oliver Jens Schmitt

Farbkulturen. Farbe in Kunst und Wissenschaft

Junges Forum für Bildwissenschaft VI.
Interdisziplinäre Arbeitsgruppe „Bildkulturen“
Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (5.-6. Juli 2011)

Wissenschaftliche Konzeption und Organisation: Martina Baleva, Ingeborg Reichle und Margrit Vogt

Das Junge Forum für Bildwissenschaft VI widmet sich 2011 dem Thema »Farbkulturen: Farbe in Kunst und Wissenschaft« und damit den Bedingungen und Möglichkeiten unserer Farberkenntnis. Die erkenntnisleitenden Fragen lauten dabei: In welchem Verhältnis stehen visuelle und verbale Farbensprache zueinander? Auf welche Art und Weise wird Farbe in interdisziplinärer Hinsicht veranschaulicht? Führt die visuelle Inszenierung und Materialisierung von Farbe zu einem verbal vermittelten Erkenntnisgewinn? Thematisch schlägt das Junge Forum für Bildwissenschaft einen Bogen von der historischen Verortung der Kategorie Farbe in erkenntnistheoretischen und philosophischen Debatten über archäologische, bildhistorische und naturwissenschaftliche Diskurse bis hin zu politischen und moralökonomischen Implikation von Farbe. Die Beiträge verbindet der Grundgedanke, dass die Analyse jeglicher Farbwahrnehmung auf den Modus der zeitgenössischen sinnlichen Wahrnehmung aufmerksam macht und damit der Farbe zur Konstruktion unseres Weltbildes ein bedeutender Wert zukommt.

Das Junge Forum für Bildwissenschaft wird begleitet von der interdisziplinären Tagung »Erkenntniswert Farbe« (Konzept: Margrit Vogt), die sich den Bedingungen und Möglichkeiten unserer Farberkenntnis widmet und unser Farbverständnis als gesellschaftlich codierte Komponente reflektiert (7.–8. Juli 2011).

IMAGE MATCH. Visueller Transfer, »Imagescapes« und Intervisualität in globalen Bildkulturen

Junges Forum für Bildwissenschaft V.
Interdisziplinäre Arbeitsgruppe „Bildkulturen“
Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften Tagung der (9.–11. Juni 2010)

Wissenschaftliche Konzeption und Organisation: Martina Baleva, Ingeborg Reichle und Oliver Lerone Schultz

»IMAGE MATCH« stellt die Frage nach den Neubestimmungen einer Bildwissenschaft unter den Bedingungen der massenhaften und mitunter bewusst bzw. reflexiv stattfindenden Bildtransfers zwischen bestehenden Bildkulturen. Fokussiert werden sollen dabei neu entstehende Gleichzeitigkeiten und Verkoppelungen zwischen kulturellem und bildlichem Raum und damit zwischen unterschiedlichen, sich jedoch ergänzenden Perspektiven des praktischen Sehens. Inwieweit muss die idee der kulturellen (Bild-)Produktion bspw. von der Dublette »making« und »matching« (McLuhan) um ein »mixing« ergänzt werden? Was ist, wenn Bilder – und Medien überhaupt – Zeit und Raum nicht überwinden, sondern kulturelle Akteure und Bedeutungsräume vielmehr verflechten? Was bedeuten Bilder gerade im Austausch – in oder nach einem anspruchsvollen Transfer? welche Art von »Frames« bestimmen Bilder, die die Rahmen einer Kultur überschreiten, um sich behaftet mit den Spuren ihres Ur-Sprungs in neue kulturelle Bedeutungsräume einzuzeichnen? Wie bestimmen sich kulturelle und bildliche Perspektivenübernahmen gegenseitig bzw. inwieweit sind sie überhaupt unterscheidbar? Gefragt wird nach den damit einhergehenden und neu entstehenden hybriden kulturellen Bildpraktiken und Bildsystematiken sowie nach dem Einfluss auf den Status je bestehender »alter«, etablierter Bilddomänen – also auch nach der historischen Entwicklung und Veränderung von Bildkognition selbst.

Teilnehmer/innen
Martina Baleva, Ingeborg Reichle, Oliver Lerone Schultz, Markus Rautzenberg, Jacob Birken, Benjamin Eugster, Il-Tschung Lim, Jihan Radjai, Michaela Nicole Rass, Priyanka Basu, Ulf Jensen, Franziska Kümmerling, Beate Löffler, Nicole E. Stöcklmayr, Anna Valentine Ullrich

Abendvortrag
Gabriel S. Moses: The Con-Sequential Narrative

Christliche Bilder in islamischen Kulturen

Workshop der Interdisziplinären Arbeitsgruppe „Bildkulturen“
Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (13. Dezember 2010)

Wissenschaftliche Konzeption und Organisation: Martina Baleva

Die Geschichte christlicher Bildkulturen in islamischen Gesellschaften ist von den Bildwissenschaften bislang kaum erforscht worden. Die Islamwissenschaften stellen hier einen unerschöpflichen und bislang kaum beachteten Quellenfundus zur Verfügung, der von einer anderen und in der Bildforschung kaum bekannten Bildgeschichte des Christentums zeugt. Dieses Desiderat der Bildgeschichte mitsamt der ihr inhärenten transkulturellen Beziehungen und historischen Verflechtungen nimmt der Workshop der Interdisziplinären Arbeitsgruppe „Bildkulturen“ zum Anlass, um erstmals über die Stellung christlicher Bilder in islamischen Kulturen zu diskutieren.

Teilnehmer/innen
Martina Baleva, Claus-Peter Haase, Friederike Weis, Nimet Seker

Abendvortrag
Machiel Kiel: Christliche Kunst unter islamischer Herrschaft. Die Kunsthistoriografien der Balkanländer aus Sicht osmanischer administrativer Quellen und der eigenen Feldforschung

Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Machiel Kiel war Koch auf einem Seeschiff, er war „Cowboy“ auf einer Farm und fast zwanzig Jahre Steinmetz und Maurermeister, bevor er promovierte und 1993 einem Ruf an die Universität Utrecht für Islamische Architektur folgte sowie mehrere Gastprofessuren an den Universitäten von Durham, Harvard und Moskau innehatte. Zweimal wurde ihm die Ehrendoktorwürde von den Universitäten von Izmir, Türkei, und von Bishkek, Kirgistan, verliehen. Er ist Direktor a. D. des Niederländischen Archäologischen Instituts zu Istanbul und Berater der UNESCO für Bosnien-Herzegowina.

* Die Tagung konnte nie realisiert werden, da es von Seiten bulgarischer Politiker und der führenden Medien des Landes vereitelt wurde. Mehr über die Hintergründe und Reaktionen in den Medien erfahren Sie unter Presse.
Конференцията не можа да бъде осъществен поради натиск от страна на български политици и водещите медии в страната. Повече за причините и реакциите в медиите можете да намерите под Presse.

* Wissenschaftliche Publikationen zur vereitelten Tagung und zu den politischen und medialen Reaktionen finden Sie unter Presse.
Научни статии за забранената конференция, както и за политическите и медийни реакции можете да намерите под Presse.

От регионално историческо събитие към национално паметно място: Батак и исторически конструкции в България*
Vom regionalen historischen Ereignis zum nationalen Erinnerungsort: Batak und historische Konstruktionen in Bulgarien*

Научна конференция в рамките на проекта „Ислямът като вражески образ. История и съвременност на антиислямски стереотипи в България и примера за мита за клането в Батак“, Институт за Източна Европа, Свободен университет, Берлин

Научна концепция и организация: Мартина Балева и Улф Брунбауер

Национален етнографски институт с музей при БАН, София (17. Mai 2007)

Подпомогната от Програмата за финансиране на международни проекти за партньорство „Историческа работилница Европа“ на Фонда „Памет и бъдеще“ на Фондацията „Памет, отговорност и бъдеще“, Фондацията „Роберт Бош“ и Гьоте Институт София

Батак и клането над неговото население в 1876 г. са едни от централните места на паметта на българската нация. Събитието е неразделна част както от паметта за „турското робство“ така и за героичните освободителни борби на българите. Внимателният поглед върху механизмите на конструкцията на колективната памет за клането в Батак, обаче, открива и други смислови нива. От особен интерес при това е ролята, която са изиграли образите при репрезентацията на събитията през 1876 г., като платното „Баташкото клане“ на полския художник Антони Пиотровски и инсценираните от него фотографии като подготовка за картината определят до днес визуалната представа за клането и бруталноста на „турците“. Особеното политическо измерение на това място на паметта идва от сложните взаимоотношения между християни и мюсюлмани не само в региона около Батак, но и в цялата страна, които се изразяват между другото чрез диаметрално противоположни спомени за това конкретно събитие. С въпросите за консрукцията на образното представяне на клането в Батак, за значението на Батак като българско място на паметта, за различните интерпретации на това събитие, както и за политическото инструментализиране на паметта се занимава българо-немската конференция „От регионално историческо събитие към национално паметно място: Батак и исторически конструкции в България“. Конференцията същевременно съпътства научно изложбата „Батак като място на паметта“, която трябваше да бъде показана от 18 май до 17 юни 2007 г. в Националния етнографски институт с музей при БАН, София.

Участници
Рачко Попов, Моника Флаке, Мартина Балева, Евгения Иванова, Александър Везенков, Улф Брунбауер, Румен Даскалов, Евгения Троева, Ива Филипова, Еля Цанева


*
Tagung im Rahmen des Forschungsprojekts „Feindbild Islam – Geschichte und Gegenwart antiislamischer Stereotype in Bulgarien am Beispiel des Mythos vom Massaker in Batak“, Osteuropa-Institut, Freie Universität Berlin

Wissenschaftliche Konzeption und Organisation: Martina Baleva und Ulf Brunnbauer

Nationales Ethnografisches Institut mit Museum bei BAN, Sofia (17. Mai 2007)

Gefördert vom Förderprogramm für internationale Projektpartnerschaften „Geschichtswerkstatt Europa“ des Fonds „Erinnerung und Zukunft“ der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“, der Robert Bosch Stiftung sowie vom Goethe-Institut Sofia

Batak und das Massaker an seiner Bevölkerung im Jahr 1876 gehören zu den zentralen Erinnerungsorten der bulgarischen Nation. Mit Batak ist untrennbar die Erinnerung an das „Türkische Joch“ ebenso wie an den heroischen bulgarischen Freiheitskampf verbunden. Der genaue Blick auf die Konstruktionsmechanismen der kollektiven Erinnerung an das Massaker in Batak eröffnet aber noch weitere Bedeutungsebenen. Von besonderem Interesse ist dabei die Rolle, die Bilder für die Repräsentation der Ereignisse von 1876 und die Erinnerung an sie spielen. Das Gemälde „Das Massaker von Batak“ des polnischen Malers Antoni Piotrowski und die von ihm inszenierten fotografischen Vorlagen prägen bis heute die visuelle Vorstellung vom Massaker und der Brutalität der „Türken“. Die besondere politische Dimension dieses Erinnerungsortes ergibt sich aus den komplexen Beziehungen zwischen Christen und Muslimen nicht nur in der Region um Batak, sondern im ganzen Land. Den Fragen der Konstruktion der bildlichen Darstellung des Massakers von Batak, der Bedeutung Bataks als bulgarischen Erinnerungsort, der verschiedenen Konnotationen dieser Geschichte sowie der politischen Instrumentalisierung der Erinnerung spürt die deutsch-bulgarische Tagung „Vom regionalen historischen Ereignis zum nationalen Erinnerungsort: Batak und historische Konstruktionen in Bulgarien“ nach. Die Tagung sollte zugleich als wissenschaftliche Begleitveranstaltung zur Ausstellung „Batak als bulgarischer Erinnerungsort“ dienen, die vom 18. Mai bis 17. Juni 2007 im Nationalen Ethnografischen Institut mit Museum bei der Bulgarischen Akademie der Wissenschaften, Sofia, gezeigt werden sollte.

Teilnehmer/innen
Račko Popov, Monika Flacke, Martina Baleva, Evgenija Ivanova, Alexander Vezenkov, Ulf Brunnbauer, Rumen Daskalov, Evgenija Troeva, Iva Filipova, Elja Caneva


Von Basel nach Bursa und zurück. Die Geschichte eines Fotoalbums von Sébah & Joaillier

Ausstellung des Kompetenzzentrums Kulturelle Topographien, Universität Basel

Kuratorin: Martina Baleva

Universitätsbibliothek Basel (21. September–24. November 2017)

Die in Zusammenarbeit mit Studentinnen und Studenten der Universität Basel konzipierte Ausstellung widmet sich den Beziehungen zwischen Basel und der ersten osmanischen Hauptstadt Bursa. Anlass dafür bot die überraschende Wiederentdeckung eines kostbaren Fotoalbums aus der spätosmanischen Zeit in der Universitätsbibliothek Basel. Das äusserst seltene und aufwendig gestaltete Exemplar mit dem Titel „Vues de Brousse“ enthält knapp einhundert fotografische Ansichten von der ersten osmanischen Hauptstadt Bursa. Es entstand um 1888 in einem der berühmtesten Fotostudios von Konstantinopel, Sébah & Joaillier. Für ihr Werk erhielten die Fotografen eine der höchsten Staatsauszeichnungen, die ihnen persönlich von Sultan Abdülhamid II. verliehen wurde. Sehr wahrscheinlich gelangte das Fotoalbum nach Basel in Zusammenhang mit der Seidenindustrie. Es befand sich ehemals im Besitz eines Basler Seidenfabrikanten. Damit wirft es ein ganz neues Licht auf die Seidenbandindustrie in der Region Basel und deren Beziehung zum Osmanischen Reich. Bursa, in der Nähe von Istanbul gelegen, war seit byzantinischer Zeit ein wichtiger Produzent von Rohseide und belieferte Basels Fabriken mit dem Rohstoff seit Anfang des 19. Jahrhunderts bis in die 1970er Jahre. Es ist gerade Seide, die den Faden der in der Ausstellung behandelten Verflechtungsgeschichte zwischen Basel als Zentrum der Seidenbandindustrie und dem osmanischen Bursa aufnehmen lässt. Erstmals wird ein osmanisches Fotoalbum von diesem Rang in der gleichnamigen Begleitpublikation ausführlich dokumentiert und analysiert. Zudem werden seine Herkunft und seine Geschichte rekonstruiert und in den Kontext der Geschichte Basels eingeordnet.

Das Projekt wird in Kooperation mit der Universitätsbibliothek Basel, mit dem Schweizerischen Wirtschaftsarchiv sowie mit dem Museum Baselland, Liestal, ausgerichtet.

Die Krim als Spielplatz der Geschichte

Solo-Show von Vladimir Mitrev

Kuratorin: Martina Baleva

Philosophicum Basel, Ackermannshof (3.–16. Mai 2014)

Wie aktuell Geschichte sein kann, zeigt die Videoinstallation „Playing Boule in the Valley of the Shadow of Death“ von Vladimir Mitrev. Der Videokünstler stellte für seine Arbeit eine der Ikonen der Kriegsfotografie nach, die 1855 im Krim-Krieg von Roger Fenton in der Nähe von Sevastopol im sogenannten Todestal aufgenommen wurde. Der Krim-Krieg ging als erster Medienkrieg in die Geschichte ein und erstmals beeinflussten Fotos massgeblich die Meinung der Weltöffentlichkeit. In Mitrevs Arbeit gerät das berühmte Bild von Fenton in Bewegung, im Tal des Todes spielen russische Kanonenkugeln Boule.

Akademie zeigt Farbe

Ausstellung mit Arbeiten von Rebecca Michaelis, Vladimir Mitrev, Arne Schreiber, Katinka Pilscheur

Kuratorin: Martina Baleva

Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (7. Juli–5. August 2011)
Akademiegebäude am Gendarmenmarkt Jägerstraße 22/23, 10117 Berlin

Farbe ist keine Invariable, sondern ein Resultat kultureller Codierung. Sie stellt einen wesentlichen Schlüssel zu unserem Selbst- und Weltverständnis dar. Die Ausstellung „Akademie zeigt Farbe“ präsentiert Werke von Rebecca Michaelis, Vladimir Mitrev, Arne Schreiber und Katinka Pilscheur. Die vier Berliner Künstlerinnen und Künstler zeigen teils aktuelle und eigens für das Akademiegebäude am Gendarmenmarkt entwickelte Arbeiten zum Thema Farbe. Die präsentierten Werke stehen stellvertretend für zeitgenössische künstlerische Perspektiven auf Farbe und eröffnen überraschend neue Sichten auf das Thema. Die Ausstellung eröffnet anlässlich der Tagung „Erkenntniswert Farbe“ der IAG „Bildkulturen“. Die Ausstellung findet statt im Rahmen des Jahresthemas 2011|2012 der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften „ArteFakte. Wissen ist Kunst – Kunst ist Wissen“.

* Die Ausstellung konnte nie realisiert werden, da es von Seiten der bulgarischen Politik und der führenden Medien des Landes vereitelt wurde. Mehr über die Hintergründe und Reaktionen in den Medien erfahren Sie Presse.
Изложбата не можа да бъде осъществен поради натиск от страна на българската политика и водещите медии в страната. Повече за причините и реакциите в медиите можете да намерите под Presse.

* Wissenschaftliche Publikationen zur vereitelten Ausstellung und zu den politischen und medialen Reaktionen finden Sie Presse.
Научни статии за забранената изложба, както и за политическите и медийни реакции можете да намерите под Presse.

Batak – ein bulgarischer Erinnerungsort*
Батак като място на паметта*


Изложба в рамките на проекта „Ислямът като вражески образ. История и съвременност на антиислямски стереотипи в България и примера за мита за клането в Батак“, Институт за Източна Европа, Свободен университет, Берлин

Куратор: Мартина Балева

Национален етнографски институт с музей при БАН, София (18 май–17 юни 2007)

Подпомогната от Програмата за финансиране на международни проекти за партньорство „Историческа работилница Европа“ на Фонда „Памет и бъдеще“ на Фондацията „Памет, отговорност и бъдеще“ и Фондацията „Роберт Бош“

Батак и клането над неговото население в 1876 г. са едни от централните места на паметта на българската нация. Събитието е неразделна част както от паметта за „турското робство“ така и за героичните освободителни борби на българите. Внимателният поглед върху механизмите на конструкцията на колективната памет за клането в Батак, обаче, открива и други смислови нива. От особен интерес при това е ролята, която са изиграли образите при репрезентацията на събитията през 1876 г., като платното „Баташкото клане“ на полския художник Антони Пиотровски и инсценираните от него фотографии като подготовка за картината определят до днес визуалната представа за клането и бруталноста на „турците“. Особеното политическо измерение на това място на паметта идва от сложните взаимоотношения между християни и мюсюлмани не само в региона около Батак, но и в цялата страна, които се изразяват между другото чрез диаметрално противоположни спомени за това конкретно събитие.

*
Ausstellung im Rahmen des Forschungsprojekts „Feindbild Islam – Geschichte und Gegenwart antiislamischer Stereotype in Bulgarien am Beispiel des Mythos vom Massaker in Batak“, Osteuropa-Institut, Freie Universität Berlin

Gefördert vom Förderprogramm für internationale Projektpartnerschaften „Geschichtswerkstatt Europa“ des Fonds „Erinnerung und Zukunft“ der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ und der Robert Bosch Stiftung

Kuratorin: Martina Baleva

Nationales Ethnografisches Institut mit Museum bei der Bulgarischen Akademie der Wissenschaften, Sofia (18. Mai–17. Juni 2007)

Batak und das Massaker an seiner Bevölkerung im Jahr 1876 gehören zu den zentralen Erinnerungsorten der bulgarischen Nation. Mit Batak ist untrennbar die Erinnerung an das „Türkische Joch“ ebenso wie an den heroischen bulgarischen Freiheitskampf verbunden. Der genaue Blick auf die Konstruktionsmechanismen der kollektiven Erinnerung an das Massaker in Batak eröffnet aber noch weitere Bedeutungsebenen. Von besonderem Interesse ist dabei die Rolle, die Bilder für die Repräsentation der Ereignisse von 1876 und die Erinnerung an sie spielen. Das Gemälde „Das Massaker von Batak“ des polnischen Malers Antoni Piotrowski und die von ihm inszenierten fotografischen Vorlagen prägen bis heute die visuelle Vorstellung vom Massaker und der Brutalität der „Türken“. Die besondere politische Dimension dieses Erinnerungsortes ergibt sich aus den komplexen Beziehungen zwischen Christen und Muslimen nicht nur in der Region um Batak, sondern im ganzen Land.

Balkans and Balkanism as Visual Categories: Some Remarks on a Field of Research, Opening lecture of the Discussion Forum Visual Cultures in Southeast Europe, Centre for Southeast European Studies & CSBSC & SEEHA, University of Graz (16. März 2017)

Fotogeschichte des Aufstandes. Überlegungen zur visuellen Historiographie osmanischer Untergrundbewegungen, Vortrag auf Einladung des Slavischen Seminars, Universität Freiburg (24. Juni 2016)

Der Attentäter von Istanbul. Ein Bilderkrimi aus dem Studio des osmanischen Hoffotografen, Abendvortrag anlässlich der Generalversammlung des Osteuropa Forums Basel, Universität Basel (16. März 2016)

Über Leben von Geschichte, Öffentlicher Vortrag auf Einladung des Seminars für Kulturwissenschaften und Wissenschaftsforschung im Rahmen des Kulturwissenschaftlichen Kolloquiums Lebendige Geschichte, Universität Luzern (3. März 2015)

Revolution in der Dunkelkammer. Konstruktionen nationaler Helden auf dem Balkan im fotografischen Bild, Öffentlicher Abendvortrag im Fachbereichskolloquium Literatur-Kunst-Medien, Universität Konstanz (28. Januar 2015)

Facebook im Zeitalter der Hajducken. Visitenkartenporträts als soziales Netzwerk osmanischer Untergrundbewegungen, Öffentlicher Vortrag auf dem Kolloquium der Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien, Universität Regensburg (16. Januar 2015)

Vortrag ohne Titel, Öffentlicher Abendvortrag anlässlich von ViceVersa: Erste Bulgarisch-Deutsche Übersetzerwerkstatt, Übersetzerhaus Loren (15. November 2014)

Von der fotografischen Inflation zur nationalen Revolution. Frühe Porträtfotografie auf dem Balkan, Öffentlicher Vortrag auf Einladung des Kolloquiums Geschichte des Wissens, ETH Zürich (30. September 2013)

Mythenkontrolle. Die Dekonstruktion eines Bildes und die Folgen, Öffentlicher Abendvortrag auf der Doktorandentagung Von Göttern und Menschen. Mythen und Mythentheorie, Cusanus Werk, SchönstattZentrum Oberkirch Marienfried (21. Oktober 2012)

Bildpolitik und Europäische Osterweiterung. Geschichtspolitische Zerfallsprodukte des bulgarischen EU-Beitritts, Öffentlicher Abendvortrag auf Einladung des Portals Ideengeschichte im Rahmen der Vortragsreihe Was ist Politik?, Philipps-Universität Marburg (15. November 2011)

Bildpolitik und Europäische Osterweiterung. Geschichtspolitische Zerfallsprodukte des bulgarischen EU-Beitritts, Öffentlicher Vortrag auf Einladung der Slowenischen Akademie der Wissenschaften und Künste, Ljubljana, Slowenien (29. Juni 2011)

Kunst und Nationalismus auf dem Balkan. Das Beispiel Bulgarien, Öffentlicher Abendvortrag auf Einladung der Humboldt-Universität, der Südosteuropa-Gesellschaft und des Deutsch-Bulgarischen Forums, Humboldt-Universität zu Berlin (19. Mai 2011)
Gemeinsame Presseerklärung der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und der Humboldt-Universität zu Berlin

„Der Bulgarische Bilderstreit“. Martina Baleva im Gespräch mit Sybille Lewitscharoff anlässlich des 77. Jahrestages der Bücherverbrennung, auf Einladung der Villa Aurora, Berlin/Los Angeles, und der Atlantik-Brücke, Literaturhaus Berlin (10. Mai 2010)

Das ‚richtige’ und ‚gute’ Bild. Die Anfänge der Presseillustration im 19. Jahrhundert, Öffentlicher Abendvortrag auf Einladung des Museums für Kommunikation im Rahmen der Ausstellung Das vervielfältigte Bild, Berlin (16. März 2010)

Nationalmythos Batak. Die Dekonstruktion eines Bildes und die Folgen, Öffentlicher Abendvortrag auf Einladung des Kunstgeschichtlichen Seminars und von Prof. Dr. Horst Bredekamp, Humboldt-Universität Berlin (6. Mai 2008)

Martyrium für die Nation. Die Balkannationen in der Kunst Ostmitteleuropas, Öffentlicher Abendvortrag im Rahmen des Gastprogramms des GWZO, Polnisches Institut, Leipzig (23. April 2008)


Balkanismus als analytische Kategorie der Kunstgeschichte, Tagung zu Ehren von Prof. Dr. Hans Dickel, Universität Erlangen-Nürnberg (12. November 2016)

Imperial Crises – Visual Clashes in the Age of Decline, Vortrag auf dem Symposium Critique and Crisis. Current Catastrophes and their visual Representation, Musées royaux des Beaux-Arts de Belgique, Brüssel (16. April 2015)

Facebook in the Age of the Komitadji. Carte-de-visite Portraits as Social Network of Ottoman Guerrilla Movements, Vortrag auf der internationalen Konferenz The Age of the Komitadji: Entangled Histories and Political Sociology of Insurgencies in the Ottoman World (1870s-1920s), Universität Basel (22.–24. Januar 2015)

‚Geschichtete‘ Sichtbarkeiten. Intervisualität und Transkulturalität in fotografischen Selbstzeugnissen der osmanischen Zeit, Vortrag auf der Tagung Geschichtete Identitäten. Erzählende Eigen- und Fremdbeschreibungen in imperialen Kontexten, Universität Basel (2.-4. Oktober 2014)

The Fabric of Ethnicity. Dress Codes, Trendsetters, and Collective Identities in Ottoman-Era Photography, Vortrag auf der internationalen Konferenz Picturing Empires: Photography and Social Change in 19th-Century Multi-Ethnic Environments, Landgut Castelen, Augst/Basel (27.–29. August 2014)

Visuelle Kulturen und Bildgeschichte Ost-, Ostmittel- und Südosteuropas in der deutschsprachigen Forschung, Vortrag auf dem Workshop Dialog Ost. Aktuelle Forschung zur Bildenden Kunst, Architektur und Alltagskultur im östlichen Europa, Universität Bern (12. Dezember 2014)

The Empire Strikes Back: Image Battles in the Russo-Ottoman War, 1877-78, Vortrag auf dem internationalen Workshop Subject into Object: A Workshop on the Uses of Photography in the Ottoman World, Cultural Heritage Museum, Boğaziçi University, Istanbul (24. Mai 2012)

Von der fotografischen Inflation zur nationalen Revolution. Konstruktionen balkanischer Nationalrevolutionäre im fotografischen Bild, Vortrag auf der Tagung Photo Archives IV. The Photographic Archive and the Idea of Nation, auf Einladung des Kunsthistorischen Instituts in Florenz – Max-Planck-Institut, Florenz, Italien (27.–29. Oktober 2011)

‚Sehen ist wissen, ohne sich zu erinnern‘. Die folgenreiche Entstehungsgeschichte eines Türkenbildes zwischen Krakau und Plovdiv, Vortrag auf der internationalen Tagung Erinnern und erinnert werden. Das Türkengedächtnis und seine Funktion in Zentral- und Osteuropa, auf Einladung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Krakau (27.–29. September 2011)

Der Hiatus der Geschichte. Bulgariens Mühen mit der Vergangenheit in der post-sozialistischen Ära, Vortrag auf der internationalen Tagung Identität und Erbe, auf Einladung von Prof. Dr. Gabi Dolff-Bonekämper, Lehrstuhl für Denkmalpflege, TU Berlin (7.–9. Juli 2011)

Türkische Gräuel. Intertextuelle, interpiktorale und intermediale Aspekte eines abendländischen Denkbildes, Vortrag auf der Tagung Gemälderedereien. Kunsthistorische und literarische Diskurse zum Bild, auf Einladung von Prof. Dr. Konstanze Fliedl, Institut für Germanistik, Universität Wien (20.–22. Mai 2011)

Osmanische Bildmoderne. Abdülhamids II. ‚Photophobie‘ und die fotografische Propaganda des Osmanischen Reichs, Vortrag auf der 6th InASEA Conference Southeast European (Post) Modernities, Universität Regensburg (28. April–1. Mai 2011)

Islamische Bilder und ihre christlichen Vorbilder. Die ‚Russischen Gräuel’ in der osmanischen Bildpropaganda Abdülhamids II., Vortrag auf dem Workshop Christliche Bilder in islamischen Kulturen der Interdisziplinären Arbeitgruppe „Bildkulturen“ der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, Berlin (13. Dezember 2010)

‚Baleva – auf das Schafott! Der Deutsch-Jude – auf den Pfahl!’ Bulgarian Horrors in Geschichtspolitik, im populären Gedächtnis und in der nationalistischen Propaganda in Bulgarien von 1876 bis heute, Vortrag auf der Tagung Die Türken erinnern. Ausbildung und Überlieferung des Türkengedächtnisses im internationalen Vergleich, auf Einladung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Bad Radkersburg, Österreich (14.–16. Oktober 2010)

Das Imperium schlägt zurück. Osmanische Bildpropaganda im abendländischen Gewand, Vortrag auf dem Jungen Forum für Bildwissenschaft V. IMAGE MATCH der Interdisziplinären Arbeitsgruppe „Bildkulturen“, Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Berlin (9.–11. Juni 2010)

Vereitelte Ausstellung und verwirklichter Katalog, Vortrag anlässlich der Präsentation des gleichnamigen Katalogs zur vereitelten Ausstellung „Batak – ein bulgarischer Erinnerungsort“, Osteuropa-Institut, Freie Universität Berlin (25. April 2008)

Der Mythos Batak. Die Dekonstruktion eines Bildes und die Folgen, Vortrag auf der Tagung Verführungen des Auges, auf Einladung der Evangelischen Akademie zu Berlin, Schwanenwerder (16.–17. November 2007)

Kunst und Nationalismus auf dem Balkan im 19. Jahrhundert. Der Fall Bulgarien, Vortrag im Rahmen des Europäischen interdisziplinären Doktorandenkolloquiums Identitäten in Europa – Europäische Identität, Villa Vigoni, Centro Italo-Tedesco, Loveno di Menaggio, Como (18.–22. März 2007)

Fremde Künstler – nationale Mythen, Vortrag im Rahmen des internationalen Warburg-Kollegs 2006 Die Nationalisierung der Kunst/The Making of National Art, Warburg-Haus, Hamburg (März/Oktober 2006)


Öffentliche Auftritte (Auswahl)

10/2017 Themenabend zur Ausstellung „Von Basel nach Bursa und zurück“, Universitätsbibliothek Basel

12/2016 „Von Basel nach Bursa und zurück in die Geschichte eines fotografischen Prachtalbums aus dem Besitz der Universitätsbibliothek“, Vorlesung, SeniorenUni, Volkshochschule beider Basel

10/2016 Moderation und Übersetzung der Lesung von Georgi Gospodinov „8 Minuten und 19 Sekunden“, Literaturhaus Basel

2010/2011 Leitung und Organisation des Schülerlabors „Visualisieren“ im Rahmen der Ausstellung „WeltWissen. 300 Jahre Wissenschaften in Berlin“, Martin-Gropius-Bau, Berlin (mit Ingeborg Reichle)

5/2010 „Der bulgarische Bilderstreit“. Martina Baleva im Gespräch mit Sybille Lewitscharoff anlässlich des 77. Jahrestages der Bücherverbrennung, auf Einladung der Villa Aurora, Berlin/Los Angeles, und der Atlantik-Brücke, Literaturhaus Berlin

3/2010 „Das ‚richtige’ und ‚gute’ Bild. Die Anfänge der Presseillustration im 19. Jahrhundert“, Abendvortrag im Rahmen der Ausstellung „Vom Punkt zum Bild. Die Vervielfältigung der Bilder“ auf Einladung des Museums für Kommunikation, Berlin

11/2007 „Der Mythos Batak. Die Dekonstruktion eines Bildes und die Folgen“, Vortrag auf der Tagung „Verführungen des Auges“ auf Einladung der Evangelischen Akademie zu Berlin, Schwanenwerder

Chair & Discussant (Auswahl)

7/2017 Kommentar, Workshop „Historische Museumsanalyse: Die Museen in der ehemaligen Sowjetunion“, Universität Basel

11/2016 Leitung und Moderation der Tagung zu Ehren des Kunsthistorikers Prof. Dr. Hans Dickel, Institut für Kunstgeschichte, Universität Erlangen-Nürnberg (mit Ulrich Blanché)

4/2016 Leitung und Moderation des Studientags „Geschlecht und Raum: Aktuelle Perspektiven der Osteuropa-Forschung in Basel“, Fachbereich Osteuropa, Universität Basel

3/2015 Chair, 3. Doktoratskolloquium des Basler Arbeitskreises für Südosteuropa, Abteilung für Osteuropäische Geschichte, Universität Zürich

5/2013 Chair und Kommentar, Workshop „Bild(er)geschichte(n)“, eikones NFS Bildkritik, Basel

12/2010 Leitung und Moderation, Workshop „Christliche Bilder in islamischen Kulturen“, Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften


Balkan im Bild – von Ikone bis Internet
Der Begriff "Balkan" ist noch verhältnismässig jung und bezeichnet seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert eine Region im Südosten Europas mit einer äusserst wechselvollen Geschichte. Diese Geschichte wird in der Vorlesung anhand von ausgewählten visuellen Quellen und Medien nachgezeichnet. Die damit einhergehende methodische Verschränkung von Bildwissenschaft und Geschichte wird es erlauben, eine Visuelle Historiografie der Region über mehr als zwei Jahrhunderte hinweg zu schreiben.

Das Osmanische Reich im Zeitalter der Fotografie
1839 fanden in Konstantinopel und Paris zwei denkwürdige Reden statt, welche die Geschichte der Osmanen und die Geschichte der Fotografie massgeblich prägen sollten. Der französische Gelehrte François Arago stellte im französischen Parlament das Patent der Fotografie durch Louis Daguerre vor, womit eine visuelle Moderne eingeleitet wurde. Der osmanische Aussenminister Mustafa Reschid Pascha verlas im Park von Gülhane das von Sultan Abdülmecid I. verfasste Reformedikt (Hatt-i Serif), welches den Grundstein für die Modernisierung des Reiches legte. Die Vorlesung nimmt dieses in doppelter Hinsicht geschichtsträchtige Jahr zum Ausgangspunkt eines historischen Überblicks zur Geschichte der Osmanen aus der Perspektive der Fotografie. Damit einher geht eine methodische Verschränkung von Bildwissenschaft und Geschichte, die es erlaubt, eine visuelle Historiografie des Osmanischen Reiches nachzuzeichnen. Was und wie erzählen fotografische Bilder über die letzten Dezennien des Reiches? Wie haben sich die Osmanen selbst und wie wurden sie aus Sicht anderer in Fotografien dargestellt? Wie wurde Fotografie als Machtinstrument seitens der osmanischen Eliten benutzt? Welche Rolle spielte Fotografie in den Modernisierungsbestrebungen des Reiches? Wie wurde es mit Hilfe von Fotografie von seinen kritischen Untertanen bekämpft? Diesen und weiteren Fragen geht die Vorlesung in einer Zeitspanne bis zur Auflösung des Osmanischen Reiches 1923 nach.

Balkanismus in der Kunst- und Bildgeschichte des 19. Jahrhunderts
Während der Orientalismus eine feste Analysekategorie der Kunst- und Bildgeschichte ist, stellt der visuelle Balkanismus eine Lücke in der Forschung dar. Die Vorlesung bietet einen historischen Überblick zum Balkanismus als einen westlichen Bilddiskurs der Dominanz. In den Blick genommen werden die Historien- und Genremalerei, Druckgrafik, Fotografie und illustrierte Massenpresse sowie die elektronischen Medien wie TV und Internet. Zeitlich wird der Bogen von den Anfängen des visuellen Balkanismus in Frankreich der 1820er Jahre über die Orientalische Krise der 1870er Jahre bis zu den Balkankriegen 1912/13 gespannt. In einem Ausblick werden die Jugoslawienkriege der 1990er Jahre als Ausläufer dieser visuellen Entwicklung behandelt.

Les Balkans n’existent pas! Bilder, Räume und Kulturen im Südosten Europas
In der Ringvorlesung kommen die renommiertesten HistorikerInnen aus einem internationalen Kontext wie Maria Todorova zu Wort, ebenso ausgewiesene SpezialistInnen aus verschiedenen Fachbereichen, die sich mit der Region beschäftigen. Dabei wird der Balkan nicht nur in Bezug gesetzt zu seinem byzantinisch-osmanischen Erbe (Barbara Schellewald und Maurus Reinkowski). Der rumänische Faschismus und der Dritte Weg Titos als Alternative zu den zwei Machtblöcken nach 1945 werden ebenso Thema sein wie das Konfliktmanagement des Westens auf dem so genannten Westbalkan (Oliver Jens Schmitt, Tanja Zimmermann und Andreas Ernst). Neben der Frage nach der Zeit in der Geschichtsschreibung und der Rolle der imperialen Machtinteressen im 19. und 20. Jh. werden die Sprach- und Kulturverwandtschaften sowie die visuelle Kultur Südosteuropas erörtert (Ljiljana Reinkowski und Karl Kaser).

Programm
17. 9. 2013: Einführung, Martina Baleva und Boris Previšić, Universität Basel
24. 9. 2013: Visuelle Kulturen im südöstlichen Europa – Elemente dezentrierter Theoriebildung, Karl Kaser, Universität Graz
1. 10. 2013: Zwischen den Kulturen – Der Hof des serbischen Königs Stefan Uroš II. Milutin zwischen Byzanz und den Anjou in Italien, Barbara Schellewald, Universität Basel
8. 10. 2013: Jugoslawien und die Blockfreien: Titos Husarenstück im Kalten Krieg, Nataša Mišković, Universität Basel
15. 10. 2013: Der Balkan als Analysekategorie und als historisches Vermächtnis, Maria Todorova, University of Illinois
22. 10. 2013: Balkan in Bewegung: Verschiedene Geschichten zur gleichen Vergangenheit, Tatjana Simeunović, Universität Basel
29. 10. 2013: Grenzen der Gemeinsamkeit: Albanien und Rumänien als Aussenseiter Südosteuropas? Daniel Ursprung, Universität Zürich
5. 11. 2013: Babel Balkan: Was die Region sprachlich trennt – und verbindet, Ljiljana Reinkowski, Universität Basel
12. 11. 2013: „Unser Rumelien“ Existierte der Balkan für die Osmanen?, Maurus Reinkowski, Universität Basel
19. 11. 2013: 20 Jahre westliches Konfliktmanagement auf dem Balkan Andreas Ernst, Neue Zürcher Zeitung
26. 11. 2013: „Wenn noch irgendein 'Balkan' im früheren Sinne dieses Wortes existiert, dann bestimmt nicht hier auf dem Balkan“. Titos 'dritter Weg', Tanja Zimmermann, Universität Konstanz
3. 12. 2013 Makedonien: Ein Land auf der Suche nach seiner Vergangenheit, Nada Boškovska, Universität Zürich
10. 12. 2013: Religion und (De-)Konstruktion von Diaspora. Identitätsbildungsprozesse im Spannungsfeld von Religion, Ethnizität und Transstaatlichkeit am Beispiel von Migranten aus dem ehemaligen Jugoslawien, Samuel M. Behloul, migratio
17. 12. 2013: Faschistische Bauernmystiker oder Sozialrevolutionäre von rechts? Die rumänische Legion Erzengel Michael als faschistische Massenbewegung, Oliver Jens Schmitt, Universität Wien

Bilder und Kriege auf dem Balkan im langen 19. Jahrhundert
Der Balkan als „Pulverfass Europas“ – eine Bezeichnung, die in den Jugoslawienkriegen der 1990er Jahre ihre abermalige Bestätigung gefunden zu haben scheint. Historisch reicht diese Vorstellung vom Balkan als genuin konfliktgeladener Raum Europas bis in das ausgehende 18. Jahrhundert zurück, als weite Teile Südosteuropas zum Osmanischen Reich gehörten. Konstruiert und medial verbreitet wurde diese Vorstellung im Verlauf des 19. Jahrhunderts besonders durch Bilder, die bis heute nichts an ihrer sinnstiftenden Kraft eingebüßt haben. Diese wechselvolle Beziehung zwischen Bild und Krieg auf dem Balkan nimmt die Vorlesung zum Anlass, um einen Einblick in die historischen Mechanismen visueller Raumkonstruktionen zu geben. In der begleitenden Übung werden anhand von ausgewählten visuellen Quellen Schlüsselereignisse der neueren Geschichte des Balkanraums kritisch beleuchtet. Auch wird der Blick für die folgenreiche Wechselbeziehung von Bildern und Geschichtskonstruktionen vor der Folie transnationaler Verflechtungen theoretisch wie methodisch geschärft.


Von Basel nach Bursa und zurück in die Geschichte eines fotografischen Prachtalbums (Teil I & II)
Ziel des Seminars ist die wissenschaftliche Erschliessung und Vorbereitung einer Ausstellung eines osmanischen Fotoalbums im Besitz der Universitätsbibliothek. Der prachtvolle Band entstand im berühmten Konstantinopeler Fotostudio Sébah & Joaillier in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und enthält mehrere Dutzend fotografische Ansichten von der ersten osmanischen Hauptstadt Bursa. Wir fragen nach der Entstehungs- und Provenienzgeschichte des Albums und versuchen, anhand dessen die historischen Beziehungen zwischen Basel und Bursa zu rekonstruieren. Die Forschungsergebnisse werden in die Konzeption und Einrichtung der Ausstellung einfliessen, die im Frühjahr 2017 in der Universitätsbibliothek eröffnet wird. Begleitend zur Ausstellung erscheint ein Katalog, der massgeblich von den Studierenden erarbeitet werden soll.

Visitenkartenfotografie. Kulturgeschichte eines unscheinbaren Mediums
Das Seminar spürt exemplarisch der weitverzweigten Kulturgeschichte des Mediums in globaler Perspektive nach. Gefragt wird nach seinen materialen und medialen Bedingungen, nach seinen vielfältigen Funktionen, nach den regionalen Unterschieden und den damit einhergehenden spezifischen sozialen und kulturellen Praktiken von der Patentierung Mitte des 19. bis zum beginnenden 20. Jahrhundert.

Den Balkan ausstellen
Im Seminar wird am Beispiel von drei großen Balkan-Ausstellungen (In Search of Balkania, Graz 2002; In den Schluchten des Balkan, Kassel 2003; Blut & Honig – Zukunft ist am Balkan, Wien 2004) gefragt, wie die Region in Ausstellungen zeitgenössischer Kunst präsentiert und konzeptualisiert wird. Dabei interessieren sowohl die beteiligten KuratorInnen, KünstlerInnen und Institutionen als auch die ausgestellten Kunstwerke sowie die musealen Inszenierungen. Ziel ist es, die Rolle von künstlerischen Positionen und kuratorischen Entscheidungen bei der gegenwärtigen Konzeptualisierung von Regionen und ihrer Verortung auf den globalen Mental Maps zu beleuchten.

Odalisken, Derwische und Minarette. Typen und Topoi des Orientalismus in der historischen Fotografie
Die Orientalismus-Debatte beschäftigt seit geraumer Zeit auch die Bildforschung. Im Seminar wird anhand von Bildanalysen und theoretischen Schlüsseltexten eine kritische Sichtweise auf die Konstruktion des ‚Orients’ in der Fotografie vermittelt. Die Studierenden lernen dabei die klassischen Typen und Topoi orientalistischer Fotografie als auch ihre gesellschaftlichen und politischen Funktionen in kolonialer und postkolonialer Perspektive kennen. Neben der Analyse einzelner Bilder aus Geschichte und Gegenwart werden die Produktion, die kulturelle Zirkulation und die Rezeption orientalistischer Fotografien seit dem 19. Jh. bis in unsere Zeit befragt.

Topographien des Protests. Orte und Kulturen von Protestbewegungen im östlichen Europa der Gegenwart
Gegenwärtig ist das östliche Europa zum Schauplatz mehrer Protestbewegungen geworden, unter denen der Euromajdan nur die bekannteste ist. Von Bosnien-Herzegowina bis Rumänien, Bulgarien bis Ungarn, Griechenland bis Slowenien, Russland bis zur Türkei haben in der jüngsten Vergangenheit hunderttausende Menschen auf den Straßen gegen soziale Missstände, korrupte Eliten oder Umweltzerstörung protestiert. Im Seminar fragen wir jedoch weniger danach, warum, sondern vor allem danach, wo und wie protestiert wird. Im Vordergrund stehen die räumlichen Dimensionen und kulturellen Praktiken von Protestbewegungen, die in der Zusammenschau eine kulturelle Karte des Protests im östlichen Europa der Gegenwart ergeben sollen.

Einführung in die historische Bildforschung Ost- und Südosteuropas
Das Seminar führt anhand der Lektüre exemplarischer Texte und der Analyse von visuellen Fallbeispielen in die Untersuchungsgegenstände, Theorie(n) und Methoden sowie die damit verbundenen Probleme des gerade im Entstehen begriffenen interdisziplinären Forschungsfeldes der historischen Bildforschung zu Ost- und Südosteuropa ein.

Fotografie und Imperium. Das osmanische und das russische Reich im fotografischen Bild
In den letzten Jahrzehnten ihres Bestehens wurden das Osmanische und Russische Reich in groß angelegten und technisch aufwendigen Projekten fotografisch dokumentiert. Das umfangreiche Bildmaterial stellt damit eine reiche historische Quelle für die Geschichte des ausgehenden imperialen Zeitalters dar. Das Seminar vermittelt einen Überblick über diese fotografischen Selbstporträts imperialer Macht. Die Studierenden bekommen dabei nicht nur einen vergleichenden Einblick in die Geschichte des Zarenreiches und des Osmanischen Reiches im ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhundert. Zugleich lernen sie das interdisziplinäre Forschungsfeld der visuellen Geschichte kennen und erwerben Kenntnisse im Umgang mit Bildern als historische Quellen.

Von Abramovic bis Zmijewski. Videokunst aus Osteuropa
Die Anfänge der Videokunst in Osteuropa fallen mit dem Ende des Kommunismus im Jahr 1989 zusammen. Zu den wesentlichen Themen gehören auch mehr als zwanzig Jahre nach dem Zusammenbruch der sozialistischen Regime der rasante gesellschaftliche Wandel, der Kollaps der sozialen Systeme und die sich ändernden kollektiven und persönlichen Identitäten sowie Geschlechterrollen vor dem Hintergrund prekärer wirtschaftlicher und demografischer Verhältnisse. Die Studierenden lernen einige der wichtigsten künstlerischen Positionen sowie Schlüsselwerke der osteuropäischen Videokunst kennen. Neben der medientheoretischen und methodischen Auseinandersetzung mit den Kunstwerken selbst möchten wir versuchen, Videokunst als historische Quelle für die Periode des Umbruchs und der Transformation in Osteuropa fruchtbar zu machen.

Istanbul – Belgrad – Sofia in digitalen Fotoarchiven, 1850–1918
(mit Prof. Dr. Natasa Miskovic, Seminar für Nahoststudien) Das interdisziplinäre Seminar untersucht visuelle Kulturen im Balkan und im Nahen Osten anhand zweier digitaler Fotoportale, dem Visual Archive Southeast Europe und der Abdul Hamid II. Collection der Library of Congress. Diskutiert werden ausgewählte Fotografien dieser umfangreichen Sammlungen in der Auseinandersetzung zwischen kunst- und bildhistorischen sowie historischen Methoden. Davon ausgehend versuchen wir, urbane Lebenswelten im späten Osmanischen Reich und dessen Nachfolgestaaten zu rekonstruieren.

Kulturelle Topografien Osteuropas in Basel
(Seminar mit begleitender Exkursion und Gesprächsreihe mit Gästen) Das kulturelle Leben der Stadt Basel wird maßgeblich gestaltet von EinwanderInnen aus Osteuropa. Viele von ihnen emigrierten in die Schweiz in Folge von politischen Krisen wie die Proteste in Ungarn 1956 und Prag 1968. Gemeinsam wollen wir die Wirkungsorte von kulturellen Persönlichkeiten aus Osteuropa in Basel erkunden und deren historischen Hintergrund beleuchten. Verknüpft werden verschiedene Zugänge zur Zeitgeschichte und Kultur Osteuropas. Neben der Lektüre historischer Texte und der Analyse dokumentarischen Bildmaterials besuchen und befragen wir die Zeitzeugen an ihren Wirkungsorten. Somit wird Basel als Ort transkultureller Verflechtungen greifbar.

Männlichkeitsbilder auf dem Balkan in historischen Fotografien
Das Seminar bietet anhand ausgewählter Korpora von männlichen Fotoporträts aus der zweiten Hälfte des 19. Jh. einen Einblick in das fachübergreifende Feld der historischen Bildforschung. Dabei diskutieren wir sowohl methodische Fragen der Provenienzforschung und der Bildanalyse als auch Fragen zu Geschlechterkonstruktionen auf dem Balkan. Ziel ist es, anhand von Bildern die für den südosteuropäischen Raum spezifischen kulturellen Kodierungen, Inszenierungs- und Darstellungsformen von Männlichkeit zu eruieren.

Bildkulturen Osteuropas im 19. und 20. Jahrhundert
Die Bildkulturen Osteuropas waren in den vergangenen zwei Jahrhunderten maßgeblich beeinflusst von zwei zentralen Ideologien unserer Zeit – Nationalismus und Kommunismus. Beide Weltanschauungen bildeten das Spannungsfeld, innerhalb dessen sich spezifische Bildformen, Bildfunktionen und Bildpraktiken im osteuropäischen Raum etabliert haben. Anhand einer repräsentativen Bildauswahl aus den Gattungen Malerei, Fotografie, Druckgrafik bzw. Pressebild und Plakat verschaffen wir uns einen historischen Überblick über die visuelle Kultur Osteuropas im 19. und 20. Jahrhundert. Die Übung führt zugleich ein in methodische Grundlagen der Bildanalyse und der historischen Bildforschung.


Forschungsschwerpunkte
Visuelle Historiografie
Postkoloniale Kunstgeschichte
Fotografiegeschichte
Geschichte visueller Massenmedien
Geschichts- und Erinnerungskulturen im östlichen Europa


Academia
Promotion in Kunstgeschichte an der Friedrich-Alexander-Universität, Erlangen-Nürnberg
Dissertation: Kunst und Nationalismus auf dem Balkan im 19. Jahrhundert, Gutachter Prof. Dr. Hans Dickel und Prof. Dr. Stefan Troebst
Studium der Kunstgeschichte, Ost- und Südosteuropäischen Geschichte sowie Klassischen Archäologie, Freie Universität Berlin
Magisterarbeit: Anselm Kiefers ‚Besetzungen 1969’. Eine visuelle Lektüre zur Archäologie eines Zeichens, Gutachter Prof. Dr. Werner Busch und Prof. Dr. Hans Dickel


Beruf
seit 2012 FAG Stiftungs-Assistenzprofessorin für Kulturelle Topographien Osteuropas im 19. und 20. Jahrhundert, Kompetenzzentrum Kulturelle Topographien, Universität Basel
2014–2015 Gastprofessur, Institut für Slavische Sprachen und Literaturen, Universität Bern
2010–2011 Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Berlin, Interdisziplinäre Arbeitsgruppe „Bildkulturen“
2009–2010 Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Geisteswissenschaftliches Zentrum Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas, Leipzig, Forschungsprojekt „Erinnerungskulturen“
2006–2008 Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Osteuropa-Institut der Freien Universität Berlin
2004–2005 Wissenschaftliche Volontärin am Dietrich Reimer Verlag, Berlin
2002–2004 Wissenschaftliche Hilfskraft am Lehrstuhl von Prof. Dr. Werner Busch, Kunsthistorisches Institut, Freie Universität Berlin


Förderungen und Preise
2017–2018 Forschungsfondsstipendium der Universität Basel
2016 Teaching Excellence Award der Credit Suisse for Best Teaching in der Kategorie „Modern Scholarship“
2011–2012 Visiting Fellow am Imre-Kertész-Kolleg „Europas Osten im 20. Jahrhundert. Historische Erfahrungen im Vergleich“, Jena
2011 Dissertationspreis der Fritz und Helga Exner-Stiftung der Südosteuropa-Gesellschaft, München
2007–2010 Promotionsstipendium der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit, Berlin
2008 Gastwissenschaftlerin des Forschungsprojekts „Erinnerungskulturen“ am Geisteswissenschaftlichen Zentrum Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas, Leipzig
2006–2008 Projektförderung durch das Programm der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ der Bundesrepublik Deutschland und der Robert-Bosch-Stiftung „Geschichtswerkstatt Europa“
2006 Forschungsreisestipendium der Fritz und Helga Exner-Stiftung der Südosteuropa-Gesellschaft, München
2006 Förderstipendium der Alfred Töpfer Stiftung F. V. S., Hamburg, für die Teilnahme am internationalen Warburg-Kolleg 2006 „Die Nationalisierung der Kunst/The Making of National Art“, Hamburg


Funktionen und Mitgliedschaften
Leitungsmitglied des Kompetenzzentrums Kulturelle Topographien, Universität Basel
Leitungsmitglied des Basler Arbeitskreises für Südosteuropa (BASO), Basel
Mitglied des Osteuropa Forums, Basel
Mitglied der Südosteuropa-Gesellschaft, München
Mitglied der Freiwilligen Akademischen Gesellschaft, Basel


Interviews zur Ausstellung „Von Basel nach Bursa und zurück“. In: SRF2 Kultur, 27. September 2017, und RadioX, 28. Oktober/5. November 2017

Martina Baleva: Die Symptome der Spaltung in Wien sind die gleichen wie in Großbritannien. In: Marginalia.bg, 4. Juni 2016

Till Hein: Geschichtsbuch. Martina Baleva über das Facebook des 19. Jahrhunderts. In: Profil. Österreichs unabhängiges Nachrichtenmagazin 22, 30. Mai 2016, S. 82–85

Da ne inscenirame istorijata văv fotografski studija [Die Geschichte wird in Fotostudios inszeniert]. Martina Baleva im Gespräch mit Juliana Metodieva. In: Marginalia, 10. November 2015

Annika Hossain: Von der Politik des Forschens. In: Webzine Ding-Dong 9, 2016

Till Hein: Herzen brechen, berühmt werden. In: Das Magazin. Seit 1924, März 2016, S. 56-61

Santina Russo: Blick ins Facebook des 19. Jahrhunderts. In: 20 Minuten 13. November 2015, S. 16-17

Till Hein: National heroes from the photo studio. Historic cartes-de-visite portraits resemble a “19th century Facebook”/Nationalhelden aus dem Fotostudio. Historische Visitenkartenporträts gleichen einem “Facebook des 19. Jahrhunderts”. In: UniNova. University of Basel Research Magazine 126, October 2015, S. 18-21

Batak – Exotik für Ausländer? Über die Rolle fremder Kunst für die Ausbildung des bulgarischen Patriotismus’. Marinela Lipčeva im Gespräch mit Martina Baleva.In: Deutsche Welle, 19. Mai 2011

Es gibt auch ein „Gegen-Batak! Martina Baleva im Gespräch über osmanische Fotografie. In: Deutsche Welle, 19. Februar 2011

Regina Mönch: Schwaches Bilderverbot: Fatwa und Fotografie bei den Osmanen. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16. Februar 2011, S. 4

Barbara Hein: Mythenkontrolle. Die Kunsthistorikerin Martina Baleva erforscht, wie die Ereignisse zu Bildern werden und Bilder Geschichten konstruieren – und machte sich damit zur Staatsfeindin Bulgariens In: ART. Das Kunstmagazin 1, 2008, S. 58–59

Martina Baleva. Warum eine Wissenschaftlerin zu Bulgariens Staatsfeindin wird. In: Kulturzeit/3Sat, 26. September 2007

Umstrittene Mythen. Martina Baleva im Interview mit Marinela Lipčeva. In: Deutsche Welle/Fokus Ost-Südost, 26. April 2007


Verbrennung des Katalogs „Batak – ein bulgarischer Erinnerungsort“ im Zentrum von Russe, 16. Februar 2008 / Изгаряне на каталога „Батак като място на паметта“ в центъра на Русе, 16 февруари 2008

Diese Seite enthält eine repräsentative Auswahl von Presseartikeln sowie TV- & Radiosendungen zu den vereitelten Ausstellung „Batak – ein bulgarischer Erinnerungsort“ und Konferenz „Vom regionalen Geschichtsereignis zum nationalen Erinnerungsort. Batak und Geschichtskonstruktionen in Bulgarien“.
Nicht enthalten sind diffamierende, feindselige und hetzerische Artikel (siehe dazu meine persönlichen Favoriten Contra).

Тази рубрика съдържа репрезентативен избор от статии, телевизионни и радио предавания по повод забранените
изложба „Батак като място на паметта“ и конференция „От регионално историческо събитие към национално паметно място: Батак и исторически конструкции в България“. Рубриката не съдържа дискредитиращи, враждебни и манипулативни статии (за тях виж моите Фаворити Контра).

Favoriten Pro / Фаворити Про

Любослава Русева: Китайските хунвейбини и българският батак (Ljuboslava Russeva: Die chinesischen Hunvejbin und der bulgarische Batak). In: E-Vestnik, 2. Mai 2007, erschienen auch in: Glasove 18, 4–10 Mai 2007, S. 3

Бойко Пенчев: Митът „Боза“ (Bojko Penchev: Der Mythos „Boza“). In: Dnevnik, 1. Mai 2007

Regina Mönch: Die Wahrheit lebt gefährlich (Регина Мьонх: Истината живее опасно). In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13. September 2007, S. 37


Favoriten Contra / Фаворити Контра

Проф. Иван Илчев: Скандалът с Батак беше политически удобен. Вестниците също са виновни (Prof. Ivan Ilchev. Der Skandal Batak war politisch gewollt. Die Medien sind ebenfalls schuld). In: Sega, 5. Mai 2007

Башибозук с германски ботуш (Baschibozuk mit deutschem Stiefel). In: Politika, 27. April 2007


Bulgarische Printmedien / Печатни медии
Dnevnik/Дневник (bulgarisch/български)

Драгомир Иванов: Националният мит – между инсталацията и политиката. In: Dnevnik, 9. April 2009

Митове и легенди за „Батак“ и „Гоце“. In: Dnevnik, 28. April 2008

Ваня Ефтимова: Скандалът „Батак“ една година по-късно. In: Dnevnik, 28. April 2008

България ще се обяснява за заплахи по медиите срещу авторите на „Митът Батак“. In: Dnevnik, 15. April 2008

Елена Геловска: Митът „Батак“ породи нови митове. In: Dnevnik, 20. Dezember 2007

Мила Попова: Президентски урок по история. In: Dnevnik, 16. Mai 2007

Ивайло Дичев: Защо българите непременно трябва да се чувстват като жертви? In: Dnevnik, 30. April 2007

*(deutsche Übersetzung): Der bulgarische Bilderstreit. In: TAZ, 30. April 2007

Сибина Кръстева: Грабвайте телата! Бранете историята! История-истерия за клане, национална чест и нови еничари. In: Kapital, 27. April 2007

Учени от Софийския университет защитиха свободата на изследователите. In: Dnevnik, 26. April 2007

Любослава Русева: „Митът Батак“, или как ни забатачиха в поредната манипулация. In: Dnevnik, 26. April 2007

Антонина Желязкова: Безпрецедентна цензура, варварство. In: Dnevnik, 26. April 2007

Стойността на изследователския труд не се определя с политически декларации. In: Dnevnik, 26. April 2007


Kultura/Култура (bulgarisch/български)

Андрей Ташев: Медии, политическа коректност, цензура... In: Kultura 22 (2461), 7. Juni 2007

Милена Кирова: Батак или новият Вавилон. In: Kultura 19 (2458), 18. Mai 2007

Евгения Иванова: Мит за мита Батак. In: Kultura 19 (2458), 17. Mai 2007

Митко Новков: Историци и историци. In: Kultura 18 (2457), 11. Mai 2007

Плодовете на просвещението. In: Kultura 18 (2457), 11. Mai 2007

Историята – наука или политическа пропаганда. Разговор между историци в Центъра за академични изследвания – София. In: Kultura 18 (2457), 11. Mai 2007


Deutschsprachige Printmedien

Rita Nikolow: Literaturhaus. Die Batak-Attacke. In: Der Tagesspiegel, 12. Mai 2010

Bilder sind nicht nur Show. Interview mit Horst Bredekamp. In: Frankfurter Rundschau, 5. Januar 2009

Barbara Coudenhove-Kalergi: „Krone“ des Balkans. In: Der Standard, 27. November 2007

Thomas Klatt: Hasstiraden im Südosten. Die WAZ hat Ärger mit ihren Zeitungen in Bulgarien – und reagiert spät. In: Berliner Zeitung, 22. November 2007

Patrick Peltsch: Religionskonflikt. Aufruf zum Mord. In: FOCUS, 25. Oktober 2007

Ivaylo Ditchev: Der bulgarische Bilderstreit. In: TAZ, 30. April 2007


Bulgarische Übersetzungen deutschsprachiger Artikel / Български преводи на немски статии

Barbara Hein: Mythenkontrolle. In: ART. Das Kunstmagazin 1, 2008, S. 58–59
Контрол на митовете. In Deutsche Welle Bulgarien, 15. Januar 2008

Frank Stier: Bulgarische Kampagnen. In: Journalist 1, 2008, S. 78–81
Български кампании. In: Deutsche Welle Bulgarien, 11. Januar 2008


Marion Kraske und Elke Schmitter: Terror um ein Bild. In: Der Spiegel 47, 19. November 2007, S. 74–75
Марион Краске и Елке Шмитер: Терор заради една картина. In: E-Vestnik, 25. März 2008
„Случаят Батак“ влезе и в „Шпигел“. In: Deutsche Welle Bulgarien, 18. November 2007

Bulgariens Mühen mit der Vergangenheit. In: Neue Zürcher Zeitung, 30. Oktober 2007
„Мъките на България с миналото“. In: Deutsche Welle Bulgarien, 30. Oktober 2007

Sonja Zekri: Die Barbaren von Batak. In: Süddeutsche Zeitung, 17. Oktober 2007
Варварите от Батак. In: Dnes.bg, 17. Oktober 2007


*(englische Übersetzung): Islam and the Imagery of Fear in Bulgaria. The Barbarians of Batak. In: Quantra, 5. November 2007

*(türkische Übersetzung): Bulgaristan: Irkçı protestolar. Batak’ın Barbarları. In: Quantra, 5. November 2007

Regina Mönch: Die Wahrheit lebt gefährlich. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13. September 2007, S. 37
Истината живее опасно. In: Deutsche Welle Bulgarien, 14. September 2007


Norbert Mappes-Niediek: „Auf den Pfahl“. Todesdrohungen gegen deutsche Forscher in Bulgarien. Staatsspitze schürt chauvinistische Hysterie. In: Frankfurter Rundschau, 26. Juli 2007
Статия от вестник „Франкфуртер Рундшау“ за скандала около несъстоялата се конференция за Батак. In: Deutsche Welle Bulgarien, 28. Juni 2007


Jutta Sommerbauer: Noch eine Leugnung. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 2. Mai 2007
Темата Батак в германски вестник. In: Deutsche Welle Bulgarien, 3. Mai 2007


TV, Radio & Web

Vergangenheitsbewältigung findet nicht statt. In: Deutsche Welle, 3. Juni 2013

Kampf um einen Mythos – bulgarische Nationalisten bedrohen eine Wissenschaftlerin, weil sie historische Darstellungen auf Gemälden neu interpretiert. Gespräch mit Martina Baleva. In: Deutschlandradio Kultur, 7. Juli 2011

Martina Baleva. Warum eine Wissenschaftlerin zu Bulgariens Staatsfeindin wird. Ein Film von Katja und Clemens Riha. In: 3Sat/Kulturzeit, 26. September 2007

Bulgarien: Umstrittene Mythen. Interview mit Marinela Lipčeva. In: Deutsche Welle/Fokus Ost-Südost, 26. April 2007

Kasse statt Klasse. In: Kakanien, 28. November 2007

Albena Shkodrova: Bulgaria: Patriotic Outrage Dominates EU Parliament Campaign. In: BIRN. Balkan Investigative Reporting Network, 18. Mai 2007


Deutsche Welle Bulgarien (bulgarisch/български)

Батак – екзотика за чужденци? Интервю на Маринела Липчева с Мартина Балева, In: Deutsche Welle Bulgarien, 19. Mai 2011

Маринела Липчева: В Свободния университет в Берлин беше представен двуезичния каталог „Батак като място на паметта“. In: Deutsche Welle Bulgarien, 28. April 2008

Георги Елин: ЕК иска обяснение от българските власти във връзка с нападките срещу изкуствоведката Мартина Балева. In: Deutsche Welle Bulgarien, 15. April 2008

„Нямаме намерение да издаваме директиви за съдържанието на българските ни издания“. In: Deutsche Welle Bulgarien, 23. November 2007

Маринела Липчева: Какво съдържа каталогът към несъстоялата се изложба и конференция за „Батак като място на паметта“? In: Deutsche Welle Bulgarien, 2. November 2007

Явор Дачков: Отново за несъстоялата се конференция за Батак. In: Deutsche Welle Bulgarien, 2. Juli 2007

Маринела Липчева: За скандала около несъстоялата се научна конференция за Батак. In: Deutsche Welle Bulgarien, 29. Juni 2007

Еми Барух: Пак за Батак. In: Deutsche Welle Bulgarien, 2. Juni 2007

Явор Дачков: За митовете и историята. In: Deutsche Welle Bulgarien, 14. Mai 2007

Албена Шкодрова: Скандалът около “проекта Батак” послужи чудесно в кампанията на “Атака”. In: Mediapool.bg, 18. Mai 2007

Георги Папакочев: Фотокамерата – окото на историята ли е? Разсъждения по повод т.нар. проект „Батак“. In: Deutsche Welle Bulgarien, 30. April 2007

Анелия Касабова в интервю с Юлия Дамянова: За преведените от немски материали за Конференцията за Баташкото клане. In: Deutsche Welle Bulgarien, 30. April 2007

Еми Барух: Батак като българско паметно място. In: Deutsche Welle Bulgarien, 27. April 2007

Андрей Райчев: Нация, кумири и социология. In: Deutsche Welle Bulgarien, 26. April 2007

Маринела Липчева: Научната конференция за Батак ще се проведе, но с друга дата. In: Deutsche Welle Bulgarien, 26. April 2007

Ивайло Дичев: От Батак съм, чичо... In: Deutsche Welle Bulgarien, 25 April 2007

„Никога не сме отричали клането в Батак и жертвите му“. Интервю на Маринела Липчева с Мартина Балева и Улф Брунбауер. In: Deutsche Welle Bulgarien, 25. April 2007

Krzysztof Popek: The Manipulation of Photographs by Dimităr Cavra and Its Influence on the Creation of the Myth of the Batak Massacre (1876) in Bulgarian Historiography. In: Alicja Bemben, Rafał Borysławski, Justyna Jajszczok (Hg.): Cryptohistories, Newcastle upon Tyne 2015, S. 115–126

Klaus Roth: Zwischen osmanischem Erbe und Europäischer Union. Vom Umgang mit historischen Mythen in Südosteuropa. In: Reinhard Lauer, Hans-Georg Maier (Hg.): Osmanen und Islam in Südosteuropa, Berlin 2014, S. 501-516

Roger Fornoff: Mythos Batak. Zur Kontroverse um einen bulgarischen Erinnerungsort. In: Jörg Roche und Jürgen Röhling (Hg.): Erinnerungsorte und Erinnerungskulturen. Konzepte und Perspektiven für die Sprach- und Kulturvermittlung, Baltmannsweiler 2013, S. 93-104

Evelina Kelbecheva: The Short History of Bulgaria for Export. In: Jørgen S. Nielsen (Hg.): Religion, Ethnicity and Contested Nationhood in the Former Ottoman Space, Leiden, Boston 2012, S. 232-248

Grażyna Szwat-Gyłybowa: Batak – Erinnerungsort im bulgarischen kollektiven Bewusstsein. In: Südosteuropa-Mitteilungen 1, 2011, S. 36–49

Klaus Roth: Between the Ottoman Legacy and the European Union: On the Utilization of Historical Myths in Bulgaria. In: Francois Ruegg, A. Boscoboinik (Hg.): From Palermo to Penang/De Palermo à Penang. A Journey into Political Anthropology/Un itinéraire en anthropologie politique, Wien, Berlin 2010, S. 179-191

Gregor Mayer und Bernhard Odehnal: Aufmarsch. Die rechte Gefahr aus Osteuropa, Kapitel Bulgarische Mythen - Die Affäre 'Batak', Salzburg 2010, S. 261-265

Alexander Vezenkov: Das Projekt und der Skandal „Batak“. In: Südosteuropa 2, 2010, S. 250–272

Doroteja Dobreva: Historisches Gedächtnis und Identitätskonstruktio-nen im bulgarischen Europäisierungsdiskurs. Das Fallbeispiel „Batak“. In: Zeitschrift für Balkanologie 46, 2010, S. 1–26

Klaus Roth: „... Wenn unvorsichtige Hände unsere Heiligtümer anfassen“ – Vom Umgang mit historischen Mythen in Bulgarien. In: Südosteuropa-Mitteilungen 6, 2009, S. 16–30

Alexander Vezenkov: Proektăt i skandalăt „Batak“. Razkaz na edin očevidec (Das Projekt und der Skandal „Batak“. Erzählung eines Augenzeugen). In: Anamneza 1, 2009, S. 132–203

Horst Bredekamp: Das Bild des bulgarischen Staatskörpers als Organ der Gewalt. In: Kritische Berichte 36, H. 2, 2008, S. 31–35

Stefan Troebst: „Budapest“ oder „Batak“? Varietäten südosteuropäischer Erinnerungskulturen. Eine Einführung. In: Ulf Brunnbauer und Stefan Troebst (Hg.): Zwischen Amnesie und Nostalgie. Die Erinnerung an den Kommunismus in Südosteuropa, Köln u. a. 2007, S. 15–26